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Full text: Jahresbericht 1972-1973

Meereskunde 
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Nun muß eine kontaminationsfreie Separierung der verschiedenen Stoffklassen, 
die in den Konzentraten vorliegen, erfolgen, weil sonst eine Identifizierung nicht 
möglich ist. Die dazu erforderlichen Verfahren müssen eine hohe Trennleistung 
mit hoher Empfindlichkeit verbinden. Die zu trennenden Gemische liegen in Kon 
zentrationen von ca. 10- 8 g/cm 3 vor, die Menge des Konzentrates beträgt ca. 
2—5 cm 3 . Außerdem müssen die dazu benötigten Hilfsstoffe reinigbar sein, Auf 
dem Wege der Dünnschichtchromatographie ist die Trennung in Vorversuchen mit 
Modellsubstanzen gelungen. Gegenwärtig wird das Verfahren an Seewasserpro 
ben geprüft. Alternative Separationsverfahren, z. B. die Säulenchromatographie, 
sind im Test. 
Nach der Separation liegen die Proben wieder in zu geringer Konzentration vor 
und müssen abermals kontaminationsfrei und vor allem auch verlustfrei konzen 
triert werden. Substanzverluste, die bei diesen Schritten eintreten können, müs 
sen verhindert werden, wenn das Ziel nicht nur eine gualitative, sondern gleich 
zeitig eine quantitative Bestimmung ist. 
Für die eigentliche Bestimmung der chlorierten Kohlenwasserstoffe wurde aus der 
Vielzahl der analytischen Möglichkeiten eine Kombination von Gaschromatogra 
phie mit der Dünnschichtchromatographie ausgewählt. Diese Kombination ist bei 
den vorhandenen räumlichen und personellen Gegebenheiten die einzig durch 
führbare. Der vorhandene Gaschromatograph wurde durch zahlreiche Umbauten 
für das Arbeiten mit extrem niedrigen Konzentrationen hergerichtet. Im Laufe 
der Zeit wurden verschiedene Detektoren für die Bestimmung der nun gaschroma 
tographisch getrennten Einzelsubstanzen auf ihre Eignung geprüft. Für die gege 
benen Verhältnisse erwies sich der K, NickeI-Elektroneneinfang-Detektor als der 
brauchbarste. 
4. Fachgebiet M6: Radioaktivität des Meeres 
a) Nordseeprogramm 
Die in den beiden Vorjahren durchgeführten Untersuchungen über das Eindrin 
gen erhöhter Cäsium-1 37 - Aktivitäten in die Nordsee sowie über ihre Aus 
breitung konnten in verstärktem Maße fortgesetzt und zu einem vorläufigen Ab 
schluß gebracht werden. Die erhöhten Cs-137-Konzentrationen stammen von den 
Abwässern der beiden Aufbereitungsanlagen für bestrahlte Kernbrennstoffe bei 
Cherbourg und von Windscale in der Irischen See. Die abgegebenen Aktivitäts 
mengen werden überwacht und bilden keine Gefahr für die Umwelt. Sie gelangen 
im Süden durch die Straße von Dover und im Norden aus der Irischen See durch 
den Pentland Firth in die Nordsee. Zur Untersuchung der Verlagerung des auf 
diese Weise erhöht radioaktiven Wassers wurden auf 8 Fahrten mit den Schiffen 
FS „Meteor“, VFS „Komet" und VFS „Gauß" zwischen dem Ärmelkanal und 
59,5°N (nördliche Nordsee) 479 Wasserprohen (mit 50 Litern je Probe) entnom 
men. Die Aufarbeitung dieser Proben erfolgte im Anschluß an die Fahrten im 
Labor an Land. Auf „Meteor" konnten die Cs-137-Gehalte der Proben an Bord 
bestimmt werden. Zum Teil wurden auch die Gehalte an Strontium-90, Cäsium-134 
und Ruthenium-106 ermittelt.
	        
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