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Full text: Jahresbericht 1972-1973

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27./28. Jahresbericht des Deutschen Hydrographischen Instituts 1972/73 
pH-Wertes konnte — abgesehen vom frischen Schraubenwasser (s, o.) — weder 
im Einbringungsgebiet noch in dessen Umgebung nadigewiesen werden. 
Auf einigen Stationen nördlich des Einbringungsgebietes wurde wenige Meter 
über dem Meeresboden eine erhöhte Eisen-Kozentration gefunden. Vermutlich 
befindet sich der größte Teil des eingebrachten Eisens verhältnismäßig dicht über 
dem Meeresboden in Schwebe. Von dort wird das Eisenhydroxid von Zeit zu 
Zeit, z. B. bei Sturm, aufgewirbelt und von der jeweiligen Strömung weiter 
transportiert. 
Im Gebiet der Flensburger Außenförde wird seit einigen Jahren Faulschlamm 
der Stadt Flensburg in die Ostsee eingebracht. Der dadurch verursachte Sauer 
stoffverbrauch wurde im Oktober 1972 mit dem VFS „Gauß" untersucht: Der 
Sauerstoffgehalt erreicht dort in der Nähe des Meeresbodens relativ geringe 
Werte; inwieweit hier allerdings ein nennenswerter Einfluß des Flensburger 
Faulschlamms vorliegt, muß durch weitere Untersuchungen geklärt werden. 
In den beiden Berichtsjahren wirkte das Fachgebiet „Chemie des Meeres" in be 
sonders starkem Ausmaß an der Ausarbeitung internationaler Abkom 
men zur Bekämpfung der Meeresverschmutzung mit (vgl. Abschn. 6.). Es war 
auch beteiligt an derVorbereitung des „Bundesgesetzes vom 21. 9. 1972 zum Über 
einkommen vom 29.4.1958 über die Hohe See" sowie des Ratifikationsgesetzes 
zu den Abkommen von Oslo und London. 
Wiederum mußten Gutachten zum beantragten Einbringen von industriellen 
Abfällen in das Meer ausgearbeitet werden. Hierzu gehörten u. a. Stoffe wie 
Bismethylmercapto-monochlortriazin, teerige Destillationsrückstände, Rotschlamm 
aus der Aluminiumherstellung sowie die in Bochum illegal auf einer Müllhalde 
abgelagerten cyanidhaltigen Härtesalzrückstände. 
Außerdem wurde die Frage der Stationierung von Verbrennungsschiffen im 
deutschen Bereich der Nordsee zum Zwecke der schadlosen Beseitigung von flüs 
sigen halogenierten Kohlenwasserstoffen gutachtlich bearbeitet. 
c) Entwicklung anorganischer Analyseverfahren zur Überwachung der Meeres 
verschmutzung 
Das vorhandene Gerät zur Atomabsorptions-Spektralphotometrie konnte den An 
forderungen nicht genügen, weil die Spuren extrem gering sind und der Salzgehalt 
des Meerwassers die Anzeige überdeckt. Deshalb wurde gegen Ende 1972 ein 
neues Atomabsorptions-Spektrometer mit Deuterium-Untergrundkompensation 
und Graphitrohrküvette (flammenlose Technik) eingesetzt. Hiermit gelang es 
1973, eine Methode zur Bestimmung von Cadmium und Kupfer im Meerwasser zu 
entwickeln. Das Verfahren basiert auf der Anreicherung der Spurenmetalle aus 
dem Meerwasser durch Komplexbildung und Flüssig-Flüssig-Extraktion. Analyse 
verfahren für andere Schwermetalle werden entwickelt. 
Die äußerst niedrigen Konzentrationen der schädlichen Spurenelemente im Meer 
wasser machen naturgemäß die Probennahme auf See sowie die Aufbewahrung 
und Behandlung der Proben bis zur Analyse zum Angelpunkt der ganzen Metho 
dik. Um eine Kontamination durch Spurenbestandteile des Flaschenmaterials zu
	        
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