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Full text: Jahresbericht 1972-1973

Meereskunde 
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Von Januar bis März 1973 wurden auf dem FS „Meteor“ während der CINE- 
CA-Multischiff-Expedition im Seegebiet zwischen Gibraltar und 
Agadir auf einer großen Zahl von Stationen die Konzentrationen an Sauerstoff, 
Phosphat und Silikat gemessen. 
Eine weitere internationale Expedition, OVERFLOW '73, führte im Som 
mer 1973 in das Gebiet zwischen Schottland und Grönland. An Bord des FFS 
„Walther Herwig“ wurden im Gebiet des Rosengartens auf zwei senkrecht zu 
einander stehenden Schnitten die Konzentrationen an Sauerstoff, Phosphat und 
Silikat bestimmt. Für die Analyse des Phosphats und Silikats diente ein auto 
matisches Analysengerät (Autoanalyzer II / Technicon). Das Gerät arbeitete zu 
friedenstellend, brachte aber keine nennenswerte Arbeitserleichterung an Bord. 
Die chemischen Größen sollen zur Erkennung von Wasserkörpern und von Ver 
mischungsvorgängen im Gebiet des Island-Färöer-Rückens herangezogen werden. 
b) Überwachung der Abfallverklappung 
Die Abfälle des Titandioxid-Werkes bei Nordenham (Wesermündung) werden 
seit Mai 1969 mit Spezialtankschiffen in ein 12 bis 17 Seemeilen nordwestlich 
von Helgoland gelegenes Gebiet transportiert und dort in das Schraubenwasser 
der Tankschiffe eingeleitet. Es handelt sich um täglich 1 8001 Abwässer mit 
10 Gew.-% Schwefelsäure und 14 Gew.-®/o Eisensulfat. Um fest 
zustellen, ob durch die Abwässer irgendwelche Schäden im Meer entstehen kön 
nen, wurden mit dem VFS „Gauß" zwei Fahrten in die Deutsche Bucht unter 
nommen, und zwar im Juni 1972 und im April 1973. Die wichtigsten Ergebnisse 
der Untersuchungen waren: Die Primärverdünnung der Abwässer im Schrauben 
wasser lag bei 1:500. Eine Stunde nach dem Einbringen betrug die (Gesamt-) Ver 
dünnung 1 : 2 500 bis 1:5 000. Dieses Ergebnis wurde bei 0,5 bis 1 m maximaler 
Wellenhöhe gefunden. Bei ruhiger See dürfte die Verdünnung langsamer ab 
laufen. 
Durch die Schwefelsäure wird der pH-Wert des Seewassers, der normalerweise 
zwischen 8,1 und 8,3 liegt, herabgesetzt. Das eingebrachte Eisensulfat reagiert mit 
dem O s des Seewassers unter Bildung von dreiwertigem Fe, das als Hydroxid 
ausfällt. Die zeitliche Änderung der Fe-Konzentration und des pH-Wertes im 
Schraubenwasser zeigt die folgende Tabelle: 
Zeit nach dem 
Einbringen in min 1 7 30 60 
Fe-Konzentration in mg/1 50—100 20—40 10—20 5—10 
pH-Wert 4—5 6 6,5—7 7—7,5 
Die eingebrachten Abfallstoffe bleiben im Seewasser teils gelöst, teils suspendiert 
oder sinken zu Boden. Um die Ansammlung der Abfallstoffe im Meerwasser zu 
untersuchen, wurden der pH-Wert und die Fe-Kozentration im Einbringungs 
gebiet und in dessen Umgebung (in 5 m Tiefe) mit neukonstruierten Geräten 
kontinuierlich registriert. Das Gebiet mit merklich erhöhter Fe-Konzentration war 
diesmal wegen der ruhigen Wetterlage relativ klein. Eine Beeinflussung des
	        
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