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Full text: Jahresbericht 1972-1973

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27.128. Jahresbericht des Deutschen Hydrographischen Instituts 1972/73 
Beobachtungen und Ergebnisse" das auf einer großen Forschungs 
fahrt (Fahrt Nr. 20 des FS „Meteor", Island 1970) erhaltene Datenmaterial in auf 
bereiteter Form zusammengestellt und im Vorabdruck Interessenten zur Verfü 
gung gestellt. 
Zahlreiche Gutachten und Auskünfte waren zu geben. Wie seit vielen Jahren 
nahmen drei Wissenschaftler der Abteilung Meereskunde am Windstau- und 
Sturmflutwarndienst des DHI teil. 
2. Fachgebiet M 8: Wechselwirkung Meer/Atmosphäre, Seegangsuntersuchungen 
a) JONSWAP 1 
Im Herbst 1973 erschien als Ergänzungsheft Reihe A, Nr. 12, der Deutschen Hydro 
graphischen Zeitschrift die Arbeit „Measurements of Wind-Wave Growth and 
Swell Decay during the Joint North Sea Wave Project (JONSWAP)". Mit dieser 
Publikation sind die Arbeiten an JONSWAP 1 abgeschlossen. Das DHI hatte maß 
geblichen Anteil an der Planung, Durchführung und wissenschaftlichen Auswer 
tung dieses ersten großen internationalen Feldexperiments zur Bestimmung der 
Gesamtenergiebilanz des Seegangs, 
Zwei wesentliche Ergebnisse des Experiments sind hervorzuheben: 1. Es 
ergab sich ein geschlossenes Bild des Energie- und Impulshaushalts des Wellen 
feldes, in dem nichtlineare Wechselwirkungen innerhalb des Seegangsspektrums 
eine bedeutende Rolle spielen. 2. Die Dämpfung von Dünungen in flachem Wasser 
läßt sich nicht durch Bodenreibung als beherrschenden Mechanismus erklären, 
vielmehr muß die Streuung von Dünungswellen an Unregelmäßigkeiten des 
Meeresbodens zumindest ins Kalkül gezogen werden; eine genaue experimentelle 
Untersuchung steht noch aus. 
Neben dieser offenen Frage nach dem Mechanismus der Dünungsdämpfung blieb 
auch die Struktur der eigentlichen Wechselwirkungsprozesse an der Grenzfläche 
Meer — Atmosphäre — und damit die Natur des atmosphärischen Inputs des 
Seegangs —■ ungeklärt. Als Konsequenz ergab sich das Experiment JONSWAP 2. 
b) JONSWAP 2 
Der Erfolg von JONSWAP 1 bot eine attraktive Basis für JONSWAP 2, dessen 
experimentelle Phase von Ende August bis Anfang Oktober 1973 im Meßfeld 
westlich Sylt stattfand. Das Fachgebiet M 8 koordinierte und organisierte das 
Feldexperiment, 25 Forschergruppen aus Dänemark, Frankreich, Großbritannien, 
den Niederlanden, Kanada, den USA und der Bundesrepublik Deutschland nah 
men daran teil. 
Wesentlich größer als bei JONSWAP 1 waren auch der Geräteaufwand und die 
Schwierigkeit der Experimente. Schwerpunkte der Untersuchungen waren die 
Klärung der Wechselwirkungsprozesse an der Grenzfläche Meer—Atmosphäre 
und der Test von Fernmeßverfahren (aktive Radarrückstreuung an der Meeres 
oberfläche, Lasermessungen). Obwohl eine Fülle neuartigen Datenmaterials ge-
	        
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