Meereskunde
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zwischen erkannt wurden, wird bei Versuchen im kommenden Jahr voraussicht
lich das letztere eingesetzt werden.
Ein erheblicher Teil der für dieses System notwendigen Entwicklungsarbeiten be
zog sich auf Interface -Probleme, d.h. die Erstellung geeigneter elektroni
scher Verbindungsglieder (Code-Umsetzer, Wandler, Anpassungsteile u. a. m.)
zwischen den einzelnen Systemkomponenten.
Erhebliche Probleme waren auch zu lösen bei der Eigenentwicklung eines festpro
grammierten Salzgehaltsrechners, der es ermöglichen soll, bei der Be
nutzung der Bathysonde nicht nur wie bisher Temperatur und Leitfähigkeit in
Abhängigkeit von der Tiefe zu messen, sondern auch sofort aus diesen Werten
den Salzgehalt zu berechnen und darzustellen. Die hierzu verfügbaren verschie
denen Formeln wurden einem sorgfältigen Ergebnisvergleich unterzogen und dar
aus eine für Festprogrammierung möglichst einfache Form entwickelt.
Interface-Probleme waren auch zu lösen bei der weiteren Verbesserung der auf
dem Leuchtturm Kiel installierten Meßstation mit Fernübertragung über
eine Funkstrecke und das Behörden-Telephonnetz zum DHL Zur Zeit können
2stündiidi die folgenden Meßwerte abgefragt werden: Lufttemperatur in 8 und
18 m Höhe,- Wassertemperatur in 0.5, 1, 2, 4 und 8 m unter NN; die Leitfähigkeit
in 8 m Tiefe. Darüberhinaus wurde ca. 70 m westlich des Turms eine Bodenmeß
stelle in 12,5 m Tiefe eingerichtet, auf der zunächst die Temperatur gemessen und
1974 ein bereits beschaffter elektromagnetischer Strommesser sowie ein Leit
fähigkeitssensor montiert werden sollen.
Auf dem Feuerschiff „Fehmarnbeit“ wurde eine Temperaturmeß
kette mit Fühlern in 1, 5, 10, 15, 20 und 25 m Tiefe ausgebracht, deren Meßwerte
zunächst von einem Vielfachschreibgerät registriert werden. Die Umstellung auf
digitale Aufzeichnung ist vorgesehen.
Bei den Außenarbeiten an diesen Meßstationen wurde immer wieder die Not
wendigkeit deutlich, Kontrollen (z. B. des Bewuchses oder der Korrosion) und
Wartungs- oder Justierungsarbeiten von Tauchern vornehmen zu lassen. Es wur
de daher die Gelegenheit benutzt, einen für diese Arbeiten zuständigen Mitarbei
ter des Fachgebietes als „Ingenieurtaucher“ ausbilden zu lassen. Er konnte in
zwischen auch bei den Installierungen an den Meßpfählen während JONSWAP '73
(vgl. Abschn. 2) eingesetzt werden.
Seine Erfahrung bildete bereits bei Planung und Dimensionierung der meßtechni
schen Unterwassereinrichtungen für die Forschungsplattform eine
wertvolle Hilfe, die der BMFT etwa 50 sm NW-lich Helgoland errichten läßt.
Die Planung der seit längerem für das FS „Meteor" geforderten INDAS-
Anlage (Integriertes Navigations- und Datenerfassungssystem) wurde unter
maßgeblicher Mitwirkung des Fachgebiets soweit konkretisiert, daß ein Auftrag
an die Firma Prakla-Seismos (Hannover) vergeben werden konnte.
e) Verschiedenes
Wissenschaftliche Arbeiten, die von DHI-AngehÖrigen veröffentlicht wurden,
stellten wir wieder zu Sonderdrucksammlungen „Ozeanogra
phie" zusammen. Erstmalig wurde für die Reihe „Meereskundliche