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Full text: Jahresbericht 1972-1973

Meereskunde 
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Bei den in eigenen Labors durchgeführten Entwicklungen konnten einige wichtige 
Fortschritte erzielt werden. Der Prototyp eines fernsteuerbaren 
Schleppgerätes (3. Generation des „Delphin") wurde fertiggestellt, auf 
einer Erprobungsfahrt im norwegischen Sogne-Fjord im August/September 1972 
gründlich getestet und im Juni/Juli 1973 bei einem Diffusionsversuch in boden 
nahen Wasserschichten (s. o.) erfolgreich eingesetzt. Das Gerät hat 6 Meßkanäle, 
die außer für Tiefe und Temperatur für beliebige weitere Meßfühler (z. B. Leit 
fähigkeit/Salzgehalt oder Fluorometer) benutzt werden können. Die Tiefen 
steuerung ist von Bord aus programmierbar, d. h. es können entweder beliebige 
konstante Tiefen eingesteuert werden, oder das Gerät steuert mit verschieden 
einstellbaren Steig- bzw. Sinkgeschwindigkeiten zwischen ebenfalls wählbaren 
Maximal- und Minimaltiefen auf und ab. Die Mindest-Schleppgeschwindigkeit 
beträgt bei der jetzigen Ausführung ca. 7 sm/h, die maximale Tauchtiefe ca. 80 m, 
Zusammen mit dem neuen Schleppsystem wurde ein Labor -Container in 
Betrieb genommen, in den alle Steuer- und Registriergeräte des Systems einge 
baut wurden (Abb. 6). Es handelt sich um einen Norm-Container von etwa 6 m 
(20 ft) Länge; er wurde mit Fenstern, einer Lüftungs- und Heizungsanlage, einer 
zentralen elektrischen Versorgung versehen sowie mit handelsüblichen Geräte 
tischen, Schränken etc. ausgerüstet. Mit relativ geringem Aufwand wurde eine 
Halterung für den Container hergestellt, die eine sichere Befestigung auf dem 
Achterdeck der „Gauß“ ermöglicht. 
Einer der Vorteile dieser Einrichtung ist, daß das, gesamte System betriebsfertig 
geschaltet bleiben und in sehr kurzer Zeit verladen Werden kann; eine weitere — 
bisher noch nicht praktizierte — Möglichkeit wäre der Einsatz des gleichen Sy 
stems auf anderen Schiffen, die u. U. nicht einmal Forschungsschiffe zu sein 
brauchten. 
Die Umstellung der Vermischungsuntersuchungen mit Testfarb 
stoffen (Rhodamin B) auf bodennahe Wasserschichten erforderte die Entwicklung 
eines völlig neuen Systems (Abb. ?): Vorrichtung zum Auspumpen der Farb 
lösung in der gewünschten Tiefe, Fernübertragung von Strömungsmeßwerten aus 
dieser Tiefe an Bord des Schiffes sowie Sofort- („real-time") Auswertung dieser 
Werte mit Hilfe eines programmierbaren Tischrechners mit Plotter. Ohne die so 
übermittelte ständige Information über die Wasserbewegung in der bodennahen 
Schicht wäre ein Wiederauffinden des anfangs räumlich begrenzten Farbflecks 
nahezu unmöglich. An die Zuverlässigkeit des Übertragungssystems, das aus einer 
akustischen Unterwasserstrecke zwichen Strommeser und Boje sowie aus einer 
UKW-Funkstrecke zwischen Boje und Schiff besteht, werden hohe Anforderungen 
gestellt, die bisher (vor allem bezüglich der akustischen Strecke) noch nicht aus 
reichend erfüllt werden konnten. 
Eine weitere Komponente dieses Systems stellt das schleppbare Fluorometer dar, 
das zur quantitativen Erfassung des Testfarbstoffes dient. Zwei verschiedenartige 
Typen wurden kürzlich erworben und getestet, wobei sich bei beiden noch ge 
wisse Mängel herausstellten. Während das in den USA erworbene Gerät unkon 
trollierbare Nullpunktsschwankungen aufwies, konnte mit einem deutschen, nach 
der Impulslichtmethode arbeitenden Gerät nicht die gewünschte Empfindlichkeit 
erzielt werden. Bei dem Versuch im Juni/Juli 1973 war das amerikanische Gerät 
im „Delphin" eingebaut; da die Ursachen der Mängel des deutschen Gerätes in-
	        
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