Meereskunde
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farbstoffs Rhodamin B in ca. 50 m Wassertiefe ausgebracht. Damit konnte erst
mals mit Erfolg die Diffusion in der bodennahen Wasserschicht (unterhalb der
thermischen Sprungschicht) untersucht werden. Diese Versuchsart, die technisch
wesentlich schwieriger und aufwendiger ist als diejenige für die Oberfläche (vgl.
Abschn. d), könnte insbesondere für den Fall wichtig werden, daß in zunehmen
dem Maße industrielle Abfallprodukte auf dem Meeresgrund der Nordsee de
poniert werden: bei vielen dieser Produkte besteht die Gefahr, daß sie vom Bo
den her lösliche Bestandteile ins Meerwasser abgeben.
Die vorläufige Auswertung dieses ersten Versuchs ergab unerwartet hohe Ver
mischungsgeschwindigkeiten, die vermutlich auf eine starke, durch Bodenreibung
verursachte Turbulenz der bodennahen Gezeitenströme zurückzuführen sind.
c) Laufende Bearbeitung regelmäßiger Messungen
Die Beobachtungen auf den deutschen Feuerschiffen der Nord- und Ostsee
wurden in gleichem Umfang wie bisher weitergeführt. Die Beobachtungen der
Jahre 1970/71 wurden in der Reihe „Meereskundliche Beobachtungen und Ergeb
nisse" veröffentlicht (Nr. 34, 1972 und Nr. 35, 1973).
Auch die Sammlung von Temperaturbeobachtungen und Wasserproben konnte
durch die freiwillige Mitarbeit von 12 Handelsschiffen erfolgreich fort
gesetzt werden; sie umfaßt wie bisher die Linie Hamburg-Hull, einige ausländi
sche Häfen, sowie die Ostseelinien zwischen Kiel/Lübeck und den finnischen Ge
wässern.
Die kontinuierlichen Messungen am Leuchtturm Kiel (Temperatur und
Salzgehalt in verschiedenen Tiefen) liefen ebenfalls weiter (vgl. Abschn. d). Aller
dings führten verschiedene technische Störungen (Ubertragungsfehler, Sensorbe
wuchs usw.) oft zu fehlerhaften Werten. Durch ein inzwischen erarbeitetes syste
matisches Datenprüfverfahren (s. u.) wie auch durch wiederholte Vergleichsmes
sungen wurde versucht, diese Probleme zu lösen.
Im Hinblick auf IGOSS-Projekte und auf neue kontinuierliche Datenquellen (Meß
plattform, Bojen) wurden EDV-Programme entwickelt, die sowohl der Auf
bereitung und Kontrolle als auch der Darstellung und statistischen Verarbeitung
dienen sollen.
Die mit Unterstützung der Deutschen Wissenschaftlichen Kommission für Meeres
forschung (DWK) wöchentlich veröffentlichten synoptischen Karten der
Oberflächentemperatur der Nordsee erschienen in unveränderter Form; sie konn
ten wiederum durch einige Bodentemperaturkarten ergänzt werden.
d) Meßmethoden und Instrumente
Die Arbeiten des Fachgebietes „Meßmethoden und Instrumente" unterscheiden
sich insofern von denen der übrigen physikalischen Fachgebiete, als sie im we
sentlichen den wissenschaftlichen Aufgaben dieser Gebiete zugute kommen, im
Gesamtbereich der Fachgruppe also eine gewisse Schlüsselstellung einnehmen.
Das gilt sowohl für die seit Jahren unveränderten ständigen Dienstleistungen
(Beschaffung, Lagerung, Bereitstellung von Instrumenten und Geräten für For
schungsfahrten) als auch für spezielle Entwicklungs-, Planungs- und Beratungs
aufgaben.