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Full text: Jahresbericht 1972-1973

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27./28. Jahresbericht des Deutschen Hydrographischen Instituts 1972/73 
1972 statt. Parallel zu überwiegend biologisch-chemischen Untersuchungen durch 
das Kieler Institut für Meereskunde an Bord der „Meteor" arbeitete die physi 
kalisch-chemische Gruppe des DHI an Bord des WFS „Planet", das die Forschungs 
anstalt der Bundeswehr für Wasserschall- und Geophysik dankenswerterweise 
zur Verfügung stellte. Im ersten Fahrtabschnitt wurden ausschließlich engabstän 
dige Bathysondenprofile im Gebiet um Cap Blanc / Bane d’Arguin gefahren, wäh 
rend im zweiten Abschnitt in enger Zusammenarbeit mit „Meteor" auf einem 
ausgewählten Profil quer zum Schelfrand mit zahlreichen verankerten Strom 
messerketten gearbeitet wurde. Die Aufbereitung und Auswertung des umfang 
reichen Materials ist noch im Gange. 
Ein Jahr später, von Januar bis März 1973, nahm wiederum die „Meteor" (1. Ab 
schnitt der Reise Nr. 30) an der ersten sogenannten CINECA-Multiship- 
Expedition teil, bei der in internationaler Abstimmung das gesamte See 
gebiet von Gibraltar bis Freetown von 4 Schiffen verschiedener Nationen in 
hydrographischen Standard-Profilen gleichzeitig untersucht wurde. Die hydro 
graphischen Arbeiten auf „Meteor" führten Wissenschaftler und Mitarbeiter der 
Fachgruppe Physikalische Meereskunde des DHI aus, unterstützt vom DWK- 
Ozeanographen sowie von Mitgliedern des Instituts für Angewandte Physik, Kiel. 
Das Material dieser Untersuchungen wird nach seiner Aufbereitung über die 
internationalen Datenzentren allen Interessierten zugänglich sein. 
Die dritte große internationale Expedition fand im Spätsommer 1973 im Seegebiet 
zwischen Grönland und den Shetlandinseln unter der Bezeichnung „ OVER 
FLOW ’73" statt. Auch hier beteiligte sich die Bundesrepublik mit mehreren 
Schiffen. Die ozeanographischen Untersuchungen im Zentralbereich der Island- 
Färöer-Schwelle wurden an Bord der „Meteor" vom Institut für Meereskunde und 
vom Institut für Angewandte Physik, beide Kiel, ausgeführt, das DHI beteiligte 
sich daran mit eigenen Geräteketten. Eine andere DHI-Gruppe arbeitete an Bord 
des Fischereiforschungsschiffes „Walther Herwig", das unter Fahrtleitung des 
Fachgruppenleiters neben fischereibiologischen Untersuchungen physikalisch 
chemische Arbeiten entlang dem südost-isländischen Schelfsockel ausführte. Die 
physikalischen Untersuchungen wurden wesentlich unterstützt durch drei franzö 
sische Wissenschaftler vom Centre Océanologique de Bretagne, Brest (C.O.B.), 
die mit einem komplett eingerichteten Meß-Containerlabor an Bord der „Walther 
Herwig" kamen, um auf über 130 Stationen die vertikale Salzgehalts-, Tempera 
tur- und Sauerstoffverteilung mittels eines computergesteuerten STD-Systems zu 
registrieren. 
Die Aufbereitung des umfangreichen Meßmaterials soll beschleunigt erfolgen, um 
entsprechend einer Vereinbarung der zuständigen ICES *) Working Group mög 
lichst bis Spätsommer 1974 den Austausch der aufbereiteten Daten vornehmen 
zu können. Bereits während der Gesamtdauer der Expedition wurden gemäß Ab 
sprache mit allen beteiligten Schiffen Oberflächentemperaturwerte und Bathyther- 
mographenmessungen im standardisierten IGOSS-Code an das als Datenver 
arbeitungszentrum fungierende DHI als Funktelegramm oder -telex über 
mittelt. Eine aus Mitgliedern mehrerer Fachgebiete gebildete „task force" ver 
arbeitete dort diese Daten so schnell und weitgehend wie möglich zu „Produk- 
: ) International Council for the Exploration of the Sea.
	        
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