Seekartenwerk
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Jahresbericht 3
1 :150 000 an der französischen Küste des Golf von Biskaya, die 8 Karten
1 :50 000 überflüssig machen. Weitere Überarbeitungen dieser Art, z. B. an der
afrikanischen Ostküste, sind geplant.
Im Jahre 1972 konnten die nach internationalen Richtlinien im Maßstab
1 ¡3 500 000 bearbeiteten Seekarten Nr. 959 (INT 113) „Grönlandsee" und 960
(INT 112) „Gewässer zwischen Grönland und Island", als Beitrag der Bundes
republik Deutschland zu den internationalen Kartenserien veröffentlicht werden.
Weitere Karten aus diesen Serien übernahm das deutsche Seekartenwerk vom
amerikanischen, kanadischen und britischen hydrographischen Dienst und gab sie
nach geringfügigen Änderungen als deutsche Seekarten Nr, 442 (INT 108), 441
(INT 109), 382 (INT 203) und 416 (INT 701) heraus. Durch die Übernahme weiterer
internationaler Karten in den nächsten Jahren sollen die entsprechenden deut
schen Seekarten eingezogen bzw. das Angebot der vom DHI herausgegebenen
Karten verbessert werden.
Schon seit längerem besteht die Möglichkeit, Reproduktionsmaterial zum Nach
druck von Seekarten mit Kanada und den USA auszutauschen. Ein entsprechen
des Abkommen wurde nun mit dem Service Hydrographique et Océanographique
de la Marine française getroffen. Je ein Satz Diapositive von 6 französischen
Karten sind bereits eingegangen und werden 1974 nach einigen geringfügigen
Änderungen als deutsche Seekarten herausgegeben. Gemäß der Vereinbarung
werden die Karten mit folgendem Vermerk versehen: „Diese Karte ist der Fak
simile-Nachdruck der französischen Karte Nr. .... Ausgabe ...". Als Gegenlei
stung erhält das französische Seekartenwerk vom DHI die Zweitoriginale von
6 Karten der Deutschen Bucht.
In den nächsten Jahren soll das Loran A- vom Loran-C-Hyperbelfunkortungs-
verfahrén abgelöst werden. Gemessen wird bei Loran C die Laufzeitdifferenz wie
bei Loran A und zusätzlich die Phasendifferenz. Echte Loran C-Empfänger, die
von der Industrie bereits angeboten werden, ermöglichen deshalb größere Ge
nauigkeiten. So kann in Gebieten mit guter Hyperbelbedecküng in der Nähe der
Basislinie mit einer Genauigkeit von 50—100 m (bei Loran A = 1 sm) gerechnet
werden. Aus diesem Grunde hat das deutsche Seekartenwerk 1973 begonnen, eine
Serie von Loran-C-Karten für den Nordatlantischen Ozean herauszugeben. Dabei
handelt es sich vor der amerikanischen Küste um das Seegebiet zwischen den
Großen Antillen und der Davisstraße, sowie im Nordostatlantik um ein Gebiet
nördlich der Verbindungslinie Kap Farvel (Grönland) — Stavfjorden (Norwegen)
bis zum Nordkap. Bereits erschienen sind die Karten Nr. 157° LC, 260 FLC, 441 LC
(INT 109), 442 LC (INT 108) und 448 LC; bis Ende des Jahres 1974 sollen nach
der jetzigen Planung weitere 29 Karten mit eingedruckten Loran-C-Hyperbeln
folgen. Weitere 3 Decca-Karten konnten für die Ostsee herausgegeben werden;
das Decca-Kartenprogramm für die schwedische Küste soll 1974 bis zu den Stock
holmer Schären fortgesetzt werden. Für den Bereich der Nordsee wurden 4 neue
Decca-Karten veröffentlicht, 4 weitere Karten wurden geändert.
Entsprechend den Wünschen der Sportschiffahrt wurden weitere Pläne in die
Seekarten der deutschen Ostseeküste aufgenommen, eine Entwicklung, die 1974
fortgesetzt werden soll. Auch die für die Spiele der XX. Olympiade 1972 heraus
gegebene Sonderkarte der Kieler Förde wird als Sonderkarte für die Sportschiff
fahrt vorbereitet.