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27728. Jahresbericht des Deutschen Hydrographischen Instituts 1972/73
meilen und die dabei für das Seekartenwerk ausgeloteten Fahrtstrecken sind in
der untenstehenden Tabelle aufgeführt. Am 28. 4.1972 übergab Kpt. Ernst-Walter
Lemke das Kommando über das FS „Meteor" an den bisherigen 1. Offizier Kpt.
Uwe Meyer und trat am 31.8. 1973 in den Ruhestand. Kpt. Lemke führte das
Schiff auf den Fahrten Nr. 1, 2, 4 bis 13 und 15 bis 26.
Das Vermessungs- und Forschungsschiff „Gauß" unternahm 1972 18 und 1973 14
Forschungsfahrten in die Nord- und Ostsee. Zweck dieser Fahrten waren Routine-
Untersuchungen über die Meeresströmungen, die Radioaktivität und Chemie des
Meeres und die Geologie, Morphologie und Physik des Meeresbodens; außerdem
wurden Fahrten zur Baumusterprüfung von Ortungsfunkanlagen und zur Erpro
bung ozeanographischer Meßgeräte und Meßmethoden ausgeführt.
Das Vermessungs- und Forschungsschiff „Komet" unternahm 1972 fünf For
schungsfahrten: Zwei Fahrten führten in die Deutsche Bucht zur Geräteerprobung,
auf zwei weiteren Fahrten wurden radiologische Kontrollmessungen in der Nord
see, im Skagerrak, Kattegat, Großen Belt und im Fehmarnsund ausgeführt. Im
April wurden in der Alboran-See (Mittelmeer) magnetische Vermessungen unter-
meerischer Kuppen vorgenommen; dabei lief VFS „Komet" Monaco an und wurde
den Teilnehmern der 10. Internationalen Hydrographischen Konferenz vorgestellt.
1973 unternahm das Schiff eine Forschungsfahrt, die der radiologischen und phy-
sikalisch-ozeanographischen Untersuchung der Nordsee von der Straße von Dover
bis 59°30'N diente.
Das Vermessungs- und Wracksuchschiff „Atair" half 1972 und 1973 wiederholt
bei Forschungsvorhaben in Ost- und Nordsee, insbesondere beim Seegangsmeß
programm JONSWAP 2 (1973); daran war zeitweise auch das VWS „Wega" be
teiligt.
b) Vermessungsarbeiten
Das VFS „Komet" mit 6 Polyester-Vermessungsbooten und das VS „Süderoog"
mit 2 Polyester-Vermessungsbooten führten gemeinsam in den Jahren 1972 und
1973 die erforderlichen Kontrollvermessungen im Bereich der deutschen Nord-
und Ostseeküste aus (siehe Tabelle und Abb. 5); dabei fuhren sie 1972 12 787 sm
Lotungsprofile und 1973 17 124 sm Lotungsprofile. Daneben wurden 12 Häfen, in
denen Neubau- oder Ausbaumaßnahmen vorgenommen worden waren, neu ver
messen. Um die Morphologie der Wattgebiete außerhalb der für die Schiffahrt
wichtigen Fahrwasser genauer erfassen zu können, wurde 1973 erneut die Photo
grammetrie mit angewandt. Für die Wattgebiete um das Rummelloch, die Norder-
hever und den Hever-Strom erstellte ein Bildflug-Unternehmen einen Luftbild
plan im Maßstab 1:25 000.
c) Wracksuche
Für Wracksuche und Wrackkontrollen wurden wie bisher die beiden mit Leicht-
tauchausrüstungen ausgestatteten Schiffe „Atair" und „Wega" eingesetzt. Da die
se beiden Fahrzeuge für die Wracksuche außerhalb der küstennahen Gewässer
zu klein sind, mußte zum systematischen Absuchen des 1972 eingerichteten Tief
wasserweges nach Unterwasserhindernissen ein neuer Weg gefunden werden: