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27./28. Jahresbericht des Deutschen Hydrographischen Instituts 1972/73
im Seegebiet über der Grönland-Island-Färöer-Schottland-Schwelle der Wasser
austausch zwischen Nordmeer und Nordatlantik untersucht. Insgesamt 13 Schiffe
nahmen an dieser Expedition teil, die vom Internationalen Rat für Meeresfor
schung (ICES) koordiniert wurde. Den deutschen Beitrag koordinierte Dr. J. Mein-
cke (Institut für Meereskunde an der Universität Kiel), der auch den 2. Fahrtab
schnitt des FS „Meteor“ leitete; Fahrtleiter des 1. Abschnitts war Prof. Dr. G.
Siedler vom gleichen Institut, Prof. Dr. H. Weidemann (DHI) und Dr. G. Krefft
(Bundesforschungsanstalt für Fischerei, Hamburg) waren Fahrtleiter auf FFS
„Walther Herwig".
Der 1. Abschnitt der „Meteor"- Fahrt Nr. 32 (11. 10.—19. 12. 73) führte über
den Nordatlantik zur Karibik. Prof. Dr. Mühleisen, Astronomisches Institut der
Universität Tübingen, leitete luftchemische und luftelektrische Messungen, die
u. a. darauf schließen lassen, wieweit die Verschmutzung der Atmosphäre über
dem freien Ozean fortgeschritten ist. Außerdem wurden neuartige oder weiter
entwickelte aerologische Meßsysteme erprobt, zum Teil in Vergleichsmessungen
mit dem sowjetischen Forschungsschiff „Georgij Ushakov", um das für 1974 ge
plante GARP *) Atlantic Tropical Experiment (GATE) vorzubereiten. Während
der beiden folgenden Fahrtabschnitte wurde die Tiefenverteilung von Spuren
stoffen im Meerwasser untersucht als Beitrag zum internationalen Programm
GEOSECS (Geochemical Ocean Section Study), das die weltweite Erfassung geo
chemischer Parameter im Ozean vorsieht. Daneben wurden in geringerem Um
fang auch die Arbeiten des 1. Fahrtabschnitts weitergeführt. Der Koordinator der
Reise, Prof. Dr. K. O. Münnich, Zweites Physikalisches Institut der Universität
Heidelberg, leitete den 2. Abschnitt, den 3. Abschnitt Dr. W. Roether vom gleichen
Institut.
H. DEUTSCHES OZEANOGRAPHISCHES DATENZENTRUM (DOD)
Die Haupttätigkeit des DOD bestand im Berichtszeitraum darin, die auf See von
deutschen Instituten gewonnenen meeresphysikalischen und meereschemischen
Meßwerte zu sammeln, auf Datenträger zu übertragen und in das internationale
Austauschnetz einzuspeisen. Insgesamt konnten die Daten von
— 5 621 Stationen hydrographischer Serien,
— 4 080 Bathythermographen-Registrierungen,
— 6 799 Oberflächenbeobachtungen der Temperatur und des Salzgehalts,
— 129 Stationen mit chemischen Parametern
verarbeitet werden. Abgesehen von den Messungen im Bereich der deutschen
Küsten wurden alle Daten an die beiden Weltdatenzentren für Ozeanographie (in
Moskau und Washington) sowie an den Hydrographischen Dienst des Internatio
nalen Rats für Meeresforschung (ICES, Kopenhagen) abgegeben.
Mit den neu verarbeiteten Daten erhöhte sich der Bestand im DOD-
Archiv auf
— 20 145 Stationen hydrographischer Serien,
— 16 360 Bathythermographen-Registrierungen,
— 34 054 Oberflächenmessungen der Temperatur und des Salzgehalts,
— 3 126 Stationen mit chemischen Messungen.
*) Global Atmospheric Research Programme.