Fahrten des FS „Meteor
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C. Forschungsschiff „Meteor"
und Deutsches Ozeanographisches Datenzentrum
I. FAHRTEN DES FORSCHUNGSSCHIFFES „METEOR"
In den beiden Beriditsjahren unternahm die Deutsche Forschungsgemeinschaft
(DFG) die Fahrten Nr. 31 und 32, das DHI die Fahrten Nr. 27, 28 und 29. Von
DFG und DHI gemeinsam veranstaltet wurden die 26. und 30. Reise. Die Fahrt
routen sind in den Abbildungen 15 und 16 wiedergegeben.
Die Expedition „Auftrieb 72" (Fahrt Nr. 26, 19. 1.—29.3. 72), für die außer
„Meteor" auch das Wehrforschungsschiff „Planet" {Forschungsanstalt der Bundes
wehr für Wasserschall- und Geophysik) eingesetzt wurde, war ein Beitrag zu
dem internationalen Programm CINECA (Cooperative Investigations of the
Northern Part of the Eastern Central Atlantic). Untersucht wurden hydrogra
phische und biologische Prozesse sowie Sedimentationsvorgänge im fruchtbaren
Auftriebwassergebiet vor der westafrikanischen Küste. Ein Flugzeug der Deut
schen Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt unterstützte die
Arbeiten auf den Schiffen durch Infrarotmessungen vom Auftriebsgebiet. Prof.
Dr. G. Hempel, Institut für Meereskunde an der Universität Kiel, koordinierte
die Expedition und leitete die ersten beiden Fahrtabschnitte auf „Meteor". Den
dritten Fahrtabschnitt leitete Prof. Dr. K. Vollbrecht, DHI. Fahrtleiter auf „Planet"
waren Prof. Dr. H. Weidemann und Prof. Dr. H, Waiden, beide DHI.
Während der Fahrt Nr. 27 (30. 5.—21. 8. 72) wurde die horizontale und ver
tikale Ausbreitung künstlich radioaktiver Isotope in Nordsee, Barentssee, Nord
meer und Nordostatlantik untersucht. Parallel dazu wurden physikalisch-ozeano-
graphische und geologische Untersuchungen ausgeführt. Anschließend verglich
man in der Irischen See gemeinsam mit britischen Wissenschaftlern verbesserte
Meßgeräte und Nachweisverfahren. Fahrtleiter waren während des 1. und 4.
Reiseabschnitts der Koordinator Dr. H. Kautsky (DHI), während des 2. und 3.
Abschnitts Dr. H.-F. Eicke (DHI).
Mit der 28. „Meteor "-Reise (11. 9.—23. 10. 72) setzte das DHI die 1968
im Seegebiet um Island begonnene systematische Vermessung des Meeresbodens,
des Schwerefeldes und des Magnetfeldes der Erde fort. Auf einigen Profilen
wurden außerdem seismische und geothermische Untersuchungen vorgenommen.
Die topographischen Vermessungen dienten der Überprüfung und Ergänzung der
deutschen Seekarten und der vom DHI bearbeiteten Plotting Sheets der inter
nationalen Allgemeinen Tiefenkarte der Ozeane. Die gute Bedeckung des Arbeits
gebiets durch Loran-C-Ketten ermöglichte vergleichende Untersuchungen der
Genauigkeit verschiedener Ortsbestimmungsverfahren. Die Fahrt leitete Dr. W.
Bettac und D. Voppel, DHI. Auf der Hinfahrt legte das Schiff zunächst in Leith,
dem Hafen von Edinburgh an, wo es gemeinsam mit Forschungsschiffen anderer
Nationen an der Hundertjahrfeier der historisch bedeutsamen „ Challenger"-
Expedition teilnahm.
Die Fahrt Nr. 29 (14.11.—12.12.72) setzte frühere Untersuchungen fort
(Fahrten Nr. 3, 7, 15, 21), um Fragen zu klären, die in engem Zusammenhang mit
der Versenkung von Industrieabfällen stehen. Dazu wurden im Iberischen und im
Westeuropäischen Tiefseebecken zahlreiche Wasserproben aus verschiedenen