Nautische Technik
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4. Einzelprüfung nautischer Instrumente und Geräte
Vier neue Mitarbeiter für Hamburg und die Außendienststellen Bremerhaven und
Kiel wurden 1970 auf ihre Aufgaben vorbereitet. Zur beruflichen Weiterbildung
nahmen im Frühjahr 1971 drei Sachgebietsleiter an einem Seminar für Kapitäne
(AG) an der Fachhochschule Hamburg, Fachbereich Seefahrt, teil.
Sechs Angehörige der Wasser- und Schiffahrtsverwaltung des Bundes beteiligten
sich zeitweise im Rahmen ihrer Gesamtausbildung am Instrumentenprüfdienst.
Mehrere Studienzüge der Fachhochschulen des Fachbereichs Seefahrt sowie Lehr
gänge der Wasserschutzpolizeischule Hamburg erhielten bei Besuchen auf den
Prüfstellen einen allgemeinen Überblick über den Prüfdienst.
Im Berichtszeitraum (die Zahlen in Klammern beziehen sich auf das Jahr 1970)
wurden von den Prüfstellen in Hamburg und den Außendienststellen
26 405 (46 362) Prüfungen an Land und
2 254 (2143) Prüfungen an Bord vorgenommen
(siehe untenstehende Tabellen),
a) Prüfdienst an Land
Um bei der Einzelprüfung von Magnetkompassen künftig nach den Emp
fehlungen der International Organization for Standardization verfahren zu können,
mußten besondere Einrichtungen für die Prüfung des Zentrierfehlers entwickelt
werden. Ein Prüfstand mit einer solchen Einrichtung wird z. Z. erprobt, ein weiterer
wird angefertigt.
Systematische Vibrationsmessungen wurden außer an Magnetkompassen und
ihren Ständen auch an anderen nautischen Geräten an Bord vorgenommen. Es hat
sich gezeigt, daß Vibrationsschäden an diesen Geräten zu einem ernsten Problem
geworden sind und weitere Untersuchungen erfordern.
Die Tätigkeit der beauftragten Kompaßprüfer wurde gemäß der Aufsichtspflicht des
DHI regelmäßig überwacht und die Funktionsfähigkeit ihrer Prüfeinrichtungen
kontrolliert.
Von den geprüften Winkelmeßgeräten hatten
49,6 % (57,2 %) Fehler bis zu 20 Bogensekunden,
40.5 % (32,0 %) Fehler von 21 bis 60 Bogensekunden,
9,9 % (10,8 %) Fehler von 61 bis 120 Bogensekunden
(die Zahlen in Klammern beziehen sich auf das Jahr 1970).
Von den geprüften Barometern erhielten
9,4 % (9,5 %) die Güteklasse I,
68.5 % (65,1 %) die Güteklasse II,
21,9% (21,2%) die Güteklasse III,
0.2 % (4,2 %) die Güteklasse IV.
Von den geprüften Barographen erhielten
22.5 % (12,3 %) die Güteklasse I,
51.6 % (54,4 %) die Güteklasse II,
25,9% (33,3%) die Güteklasse III.