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25./26. Jahresbericht des Deutschen Hydrographischen Instituts 1970/71
Ortungsgenauigkeiten in Küstennähe bestimmte Hyperbelortungssystem To ran
erprobt werden. Dabei wurden Möglichkeiten gefunden, das System ohne Grob
ortung auch in größerem Abstand von der Küste zu verwenden, wenn hohe An
sprüche an die Ortungsgenauigkeit gestellt werden.
Der technische Entwurf für Baumusterprüf- und Einbaurichtlinien von Radar
reflektoren wurde abgeschlossen und dem IMCO-Unterausschuß „Safety of
Navigation“ zugeleitet.
Das DHI wirkte mit, technische Vorschriften für Seenotsender für Sportfahrzeuge
auszuarbeiten, und begann mit nautisch-technischen Erprobungen.
Das DHI beteiligte sich auch an der weltweiten Funkverwaltungskonferenz für den
Weltraum (Genf 1971) und an deren Vorbereitung.
An dem Entwurf einer Neuauflage der DHI-Veröffentlichung „Funkortungsverfahren
für die Küstenvermessung“ wurde mitgearbeitet.
Da der weitere Ausbau des Omega-Navigationssystems beschlossen
ist, begann die Vorbereitung der „Technischen Prüfvorschriften“ für die Bau
musterprüfung von Omega-Empfangsanlagen. Eine Reederei und einige Vertriebs
firmen ermöglichten es, erforderliche praktische Erfahrungen zu sammeln und ein
zelne Omega-Anlagen auf See und im Laboratorium zu erproben; eigene Mittel
standen hierfür nicht zur Verfügung.
Auch Fragen der Baumusterprüfung und der Zulassung von Empfangsanlagen für
die Satellitennavigation waren zu klären, da während der Berichtszeit
drei deutsche Spezialschiffe mit derartigen Anlagen für das amerikanische Navy
Navigation Satellite System (NNSS) ausgerüstet wurden.
Auf Befürwortung des DHI erteilte das Bundesministerium für das Post- und Fern
meldewesen die Genehmigung, den Einsatz von Radartranspondern auf den
Fischereischutzbooten „Frithjof“ und „Poseidon“ zu versuchen. Das dient dazu,
der Lösung des Problems „Radarkennung Schiff zu Schiff“ näherzukommen. Man
beriet auch den Bundesgrenzschutz bei Versuchen über See mit einem Radartrans
ponder an Bord eines Hubschraubers.
Für Untersuchungen mittels Schiffsradaranlagen wurde eine photographische Regi
striereinrichtung entworfen. Eine Versuchsschaltung wurde an Bord des VFS
„Gauß“ erprobt und weiterentwickelt. Die mit dieser Vorrichtung aufgenommenen
Filmstreifen zeigten bereits einige unerwartete Erscheinungen bei der Anzeige der
Signale von Radarantwortbaken. Bei der Belehrungsfahrt für Kartographen mit
VFS „Komet“ nach Stockholm (vgl. Bericht „Seevermessung“) konnte die Einrich
tung mit gutem Erfolg erstmals im Dauerbetrieb eingesetzt werden. Wo der Abstand
zu einer Küste weniger als 6 sm betrug, wurden kontinuierlich Radarschirmbilder
aufgezeichnet.
b) Technischer Funkbetrieb
Die Funk- und Ortungsfunkanlagen der Forschungs-, Vermessungs- und Wrack
suchschiffe des DHI wurden während der Werftliegezeiten gewartet und, soweit er
forderlich, überholt. Die Seefunkstellen auf FS „Meteor“, VFS „Gauß“ und VFS
„Komet“ wurden mit Selektivrufdekodern ausgerüstet. Die bisherigen Erfahrungen
mit diesen neuen Geräten sind überwiegend positiv.
FS „Meteor" erhielt eine Satellitennavigationsanlage 706 CA der Firma Magnavox
für das Navy Navigation Satellite System (vgl. Bericht der Abteilung G, 4.).