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Full text: Jahresbericht 1970-1971

Nautische Technik 
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*) Vgl. 24. Jahresbericht 1969, S. 63. 
weitergeführt, jetzt an Platten, die sich von den bereits früher untersuchten durch 
eine andere Wärmeschlußbehandlung bei der Herstellung unterschieden. 
Weiterhin wurden die störenden Magnetfelder untersucht, die ein durch Magnete 
an der Bordwand festgehaltener Lotsenlift am Kompaßort hervorruft. 
Baumusterprüfungen nach den in Vorbereitung befindlichen Vorschriften, die sich 
eng an die Empfehlungen der International Organization for Standardization (ISO) 
anlehnen, wurden an sieben Kompaßtypen vorgenommen. Keines der vorgesteilten 
Geräte entsprach den Empfehlungen. Ein Kompaßstand aus glasfaserverstärktem 
Kunststoff wurde einer Baumusterprüfung unterzogen; die Prüfung wurde be 
standen. 
Die Messungen über das Verhalten von Magnetkompassen unter dem Einfluß von 
Vibrationen*) wurden fortgesetzt. Eine Vorrichtung zur Abschirmung horizontaler 
Schiffsvibrationen vom Magnetkompaß und zur Bedämpfung der Kardanschwingun 
gen wurde als Versuchsmodell erstellt. 
Der Einfluß der Inhomogenität der Felder der Kompensiermittel auf den Anzeige 
fehler der Magnetkompasse und den Übertragungsfehler von Kursabtastsystemen 
wurde theoretisch und experimentell untersucht, im Zusammenhang damit wurde 
bei einer Selbsteueranlage der Übertragungsfehler infolge Krängung des Schiffes 
für verschiedene Ausführungen der Konstruktion berechnet und die Herstellerfirma 
hinsichtlich der günstigsten Bauweise beraten. 
Weiterhin konnte für die Spulen zur elektromagnetischen Kompensation des Stör 
feldes von MES-Wicklungen (EK-Spulen) eine Anordnung berechnet werden, bei 
der auch bei „falscher“ Anordnung der Rosenmagnete die sechstelkreisige Devia 
tion verschwindet. Messungen, die für eine Herstellerfirma durchgeführt wurden, 
bestätigten das Ergebnis; das Spulensystem wird entsprechend diesen Vorschlägen 
gebaut. 
Das bisher für Kompensierungsmagnete verwendete Material soll künftig wegen 
seiner zu geringen Koerzitivfeldstärke und der damit verbundenen Instabilität des 
magnetischen Moments durch andere Materialien, z. B. Alnico, ersetzt werden. 
Sollen die neuen Kompensiermagnete etwa die gleichen magnetischen Momente 
haben wie die bisher verwendeten, was für die Kompensierpraxis wünschenswert 
ist, so müssen ihre Abmessungen kleiner werden. Durchmesser und Länge der 
neuen Magnete wurden ermittelt und die technischen Probleme der Anbringung 
dieser kürzeren Magnete in den jetzt üblichen Kompaßständen gelöst. 
Die zur Prüfung von Magnetkompassen benutzten Normalkompasse weisen infolge 
der Reibung zwischen Pinne und Stein häufig beträchtliche Fehler auf; daher wurde 
ein Gerät entwickelt, dessen Rose an einem torsionsarmen Faden aufgehängt ist. 
Das Gerät erwies sich als wesentlich zuverlässiger als die bisher üblichen Normal 
kompasse und wurde bereits zur Feldkontrolle auf Prüfstellen des DHI eingesetzt. 
Die Störfeldkompensationseinrichtung für das Magnetkompaßprüfhaus*) wurde 
fertiggestellt und arbeitet zufriedenstellend, so daß der Prüfbetrieb fortgesetzt 
werden kann, obwohl das erdmagnetische Feld durch die nahegelegene Großbau 
stelle für die City-S-Bahn stark beeinflußt wird. 
Die Baumusterprüfung einer neuen Magnetfernkompaßanlage*) wurde abgebro 
chen, da am Mutterkompaß Mängel aufgetreten waren und deshalb eine Zulassung 
nicht erteilt werden konnte. Eine weitere Magnet-Fernkompaßanlage wurde zu 
einer kurzen Begutachtung vorgestellt; die Herstellerfirma konnte auf verschiedene
	        
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