Nautische Technik
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*) Vgl. 24. Jahresbericht 1969, S. 63.
weitergeführt, jetzt an Platten, die sich von den bereits früher untersuchten durch
eine andere Wärmeschlußbehandlung bei der Herstellung unterschieden.
Weiterhin wurden die störenden Magnetfelder untersucht, die ein durch Magnete
an der Bordwand festgehaltener Lotsenlift am Kompaßort hervorruft.
Baumusterprüfungen nach den in Vorbereitung befindlichen Vorschriften, die sich
eng an die Empfehlungen der International Organization for Standardization (ISO)
anlehnen, wurden an sieben Kompaßtypen vorgenommen. Keines der vorgesteilten
Geräte entsprach den Empfehlungen. Ein Kompaßstand aus glasfaserverstärktem
Kunststoff wurde einer Baumusterprüfung unterzogen; die Prüfung wurde be
standen.
Die Messungen über das Verhalten von Magnetkompassen unter dem Einfluß von
Vibrationen*) wurden fortgesetzt. Eine Vorrichtung zur Abschirmung horizontaler
Schiffsvibrationen vom Magnetkompaß und zur Bedämpfung der Kardanschwingun
gen wurde als Versuchsmodell erstellt.
Der Einfluß der Inhomogenität der Felder der Kompensiermittel auf den Anzeige
fehler der Magnetkompasse und den Übertragungsfehler von Kursabtastsystemen
wurde theoretisch und experimentell untersucht, im Zusammenhang damit wurde
bei einer Selbsteueranlage der Übertragungsfehler infolge Krängung des Schiffes
für verschiedene Ausführungen der Konstruktion berechnet und die Herstellerfirma
hinsichtlich der günstigsten Bauweise beraten.
Weiterhin konnte für die Spulen zur elektromagnetischen Kompensation des Stör
feldes von MES-Wicklungen (EK-Spulen) eine Anordnung berechnet werden, bei
der auch bei „falscher“ Anordnung der Rosenmagnete die sechstelkreisige Devia
tion verschwindet. Messungen, die für eine Herstellerfirma durchgeführt wurden,
bestätigten das Ergebnis; das Spulensystem wird entsprechend diesen Vorschlägen
gebaut.
Das bisher für Kompensierungsmagnete verwendete Material soll künftig wegen
seiner zu geringen Koerzitivfeldstärke und der damit verbundenen Instabilität des
magnetischen Moments durch andere Materialien, z. B. Alnico, ersetzt werden.
Sollen die neuen Kompensiermagnete etwa die gleichen magnetischen Momente
haben wie die bisher verwendeten, was für die Kompensierpraxis wünschenswert
ist, so müssen ihre Abmessungen kleiner werden. Durchmesser und Länge der
neuen Magnete wurden ermittelt und die technischen Probleme der Anbringung
dieser kürzeren Magnete in den jetzt üblichen Kompaßständen gelöst.
Die zur Prüfung von Magnetkompassen benutzten Normalkompasse weisen infolge
der Reibung zwischen Pinne und Stein häufig beträchtliche Fehler auf; daher wurde
ein Gerät entwickelt, dessen Rose an einem torsionsarmen Faden aufgehängt ist.
Das Gerät erwies sich als wesentlich zuverlässiger als die bisher üblichen Normal
kompasse und wurde bereits zur Feldkontrolle auf Prüfstellen des DHI eingesetzt.
Die Störfeldkompensationseinrichtung für das Magnetkompaßprüfhaus*) wurde
fertiggestellt und arbeitet zufriedenstellend, so daß der Prüfbetrieb fortgesetzt
werden kann, obwohl das erdmagnetische Feld durch die nahegelegene Großbau
stelle für die City-S-Bahn stark beeinflußt wird.
Die Baumusterprüfung einer neuen Magnetfernkompaßanlage*) wurde abgebro
chen, da am Mutterkompaß Mängel aufgetreten waren und deshalb eine Zulassung
nicht erteilt werden konnte. Eine weitere Magnet-Fernkompaßanlage wurde zu
einer kurzen Begutachtung vorgestellt; die Herstellerfirma konnte auf verschiedene