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Full text: Jahresbericht 1970-1971

Geophysik und Astronomie 
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6. Erdmagnetismus und Gravimetrie 
a) Erdmagnetische Kartographie 
Durch Tausch gegen die „Ergebnisse der erdmagnetischen Beobachtungen im 
Observatorium Wingst“ erhielt das DHI weiterhin Zahlen- und Kartenmaterial aus 
allen Gebieten der Erde als Unterlage für die erdmagnetischen Angaben der See 
handbücher. Die Ergebnisse der „Internationalen Erdmagnetischen Weltvermes 
sung“ haben die Genauigkeit der Isogonen, Isoklinen und Isodynamen in den 
Kartendarstellungen weiter verbessert. 
Die Sammlung der „Gebiete unsicherer Mißweisung“ für den Störungsatlas und 
für die Kartei wurde weitergeführt. 
Für 6 Seehandbücher und für den Nachtrag eines Seehandbuches wurden die 
Beiträge über Mißweisung und die Isogonenkarten geliefert. Als Beiträge für 155 
Seekarten wurden 448 Mißweisungswerte angegeben und 191 „Gebiete unsicherer 
Mißweisung“ bezeichnet. Für 19 Seekarten wurden die Linienführung der Isogonen 
und für eine Arbeitskarte die Linienführung der Isoporen jeweils für 1970 entwor 
fen. Für die Neuausgabe „Fulst, Nautische Tafeln“ wurden die Weltkarten für die 
Deklination, Inklination und Horizontalintensität gefertigt. 
b) Seegravimetrie und Seemagnetik 
Die fertiggestellte Anlage zur automatischen digitalen Meßwerterfassung wurde 
erprobt und während zweier Forschungsfahrten erfolgreich eingesetzt. Getestet 
wurde ferner ein Cross-Coupling-Rechner der Askania-Werke zur Eliminierung der 
Beschleunigungseffekte auf die Seegravimeter Gss 2. Seit 1971 werden auch die 
Meßwerte der erdmagnetischen Totalintensität automatisch digital erfaßt und zu 
sammen mit den Schwerewerten ausgedruckt. Für die Erweiterung und Verbesse 
rung des Instrumentariums waren erhebliche Wartungs-, Entwicklungs- und Repa 
raturarbeiten notwendig, insbesondere wurden umfangreiche apparative Anpas 
sungen für den Einsatz der Geräte auf der Forschungsfahrt 1970 des VFS „Komet“ 
erforderlich. Bei der Vorbereitung und Durchführung der Messungen auf See haben 
die Mitarbeiter der Versuchswerkstatt wesentliche Hilfe geleistet. 
Mit Erfolg wurden Änderungen an dem Prototyp des neuen Seegravimeters Gss 3 
der Askania-Werke vorgenommen. Dieses Gerät, das mit einem Gss 2 zusammen 
auf einem Kreiseltisch benutzt wird, war bereits 1968 auf einer Meßfahrt erprobt, 
1970 erstmalig eingesetzt und auf der Meßfahrt 1971 in die automatisch digitale 
Datenerfassung einbezogen worden. Auf diese Weise konnten nicht nur die gemit 
telten Meßdaten der beiden antiparallel aufgestellten Gss 2 mit den Cross-Coupling- 
freien Meßwerten des Gss 3 verglichen, sondern auch eine sprungartige Nullpunkts 
änderung der älteren Seegravimeter eindeutig erfaßt werden. 
Ausgewertet wurde nur noch zum Teil durch Ablesen und Ablochungen von Hand. 
Mit der kleinen Rechenanlage PDP 8 des FS „Meteor“ konnten die automatisch 
erfaßten Meßdaten sofort weiterverarbeitet und schon an Bord ein vorläufiger 
Isanomalenplan erstellt werden. 
Die zur Berechnung der Bouguer-Anomalien erforderlichen Geländekorrektionen 
aus den Wassertiefen im Umkreis bis 90 sm konnten bisher nicht laufend ermittelt 
werden, weil weder ein geeignetes FORTRAN-Programm noch ein Rechner mit 
ausreichender Speicherkapazität zur Verfügung standen. Mit Unterstützung der
	        
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