Geophysik und Astronomie
57
Schiffsorte über dem Island-Färöer-Rücken mit einem geliehenen automatischen
Loran-C-Empfänger bestimmt. Die relative Genauigkeit der Ortsbestimmung war
auf den abgefahrenen Profilen innerhalb einiger Stunden besser als 0,1 sm, inner
halb des gesamten Meßgebiets besser als 0,2 sm. Auf der Fahrt Nr. 21 (Herbst
1970, Mittelmeer) wurde erstmals die im Jahre 1967 bestellte und im August 1970
gelieferte Satellitennavigationsanlage MX 706 CA erprobt. Die Ortsbestimmungs
fehler sind kleiner als 100 m, wenn das Schiff ortsfest liegt oder die Fortbewegung
des Schiffes genau bekannt ist. Sind Fahrt und Kurs über Grund nicht genau zu
ermitteln (wie es zumeist der Fall ist), treten zusätzliche Fehler bis zu etwa 0,2 sm
pro Knoten Fahrtfehler auf. Auf der Fahrt Nr. 24 (Herbst 1971, Färöer) fand die
Erprobung der inzwischen vervollständigten MX 706 CA statt. Durch selbsttätige
und kontinuierliche Eingabe von Schiffskurs und -fahrt ist das automatische Kop
peln der Anlage verbessert worden; der Anschluß einer automatischen Schreib
maschine erlaubt nun, die Ortsbestimmungsergebnisse und zahlreiche damit zu
sammenhängende Daten zu registrieren und somit die Anlage noch besser zu
nutzen.
Die im Jahre 1962 vom DHI herausgegebene Schrift „Funkortungsverfahren für die
Küstenvermessung“ wird unter der Federführung des Fachgebietsleiters von einem
Redaktionsausschuß neu bearbeitet. Dieser setzt sich aus Angehörigen des DHI,
der Industrie und der DGON zusammen.
c) „Der Seewart“
Die nautische Zeitschrift „Der Seewart“ erschien wie bisher zu 6 Heften jährlich.
Die Beteiligung aus der Schiffahrt (Beobachtungen, Anfragen, Aufsätze) ist erfreu
lich, ebenfalls der Anklang im Ausland.
5. Rechenanlage
Die neue Rechenanlage H-632 der Firma Honeywell wurde Ende September 1970
geliefert; der Kartenstanzer und die beiden Magnetbandgeräte wurden im März
1971 nachgeliefert.
Im Februar 1970 hatte die Firma Honeywell das Personal der Rechenanlage in
einem Einführungslehrgang mit der neuen Anlage vertraut gemacht. Anschließend
unterrichtete ein Mitarbeiter des Fachgebiets Angehörige fast aller Abteilungen in
der Programmiersprache FORTRAN IV.
Vor der Aufstellung der Anlage waren größere Umbauten im Maschinenraum, im
Lochkartenlager und in der Klimaanlage erforderlich gewesen. Daher mußten be
reits Ende Juli 1970 die gemieteten konventionellen Lochkartenmaschinen bis auf
eine Sortiermaschine an die Herstellerfirma zurückgegeben werden. Mit der ver
bliebenen Rechenanlage IBM 1620 wurde im Lochkartenlager ein provisorischer
Betrieb für dringendste Terminarbeiten aufrecht erhalten.
Wegen verschiedener Fehler im Betriebssystem, in der Systembibliothek und in
der Hardware dauerte es unerwartet lange, bis die Anlage H-632 voll in Betrieb
genommen werden konnte. Die Fehler einzukreisen, aufzufinden und durch den
Hersteller beseitigen zu lassen, beschäftigte das Personal bis Ende Oktober 1971
zu einem erheblichen Teil. Erst nach einer langwierigen Reparatur durch einen
amerikanischen Spezialtechniker waren alle Hardware-Fehler behoben. Seit Mitte