Geophysik und Astronomie
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3443 Werte oberhalb des Mittelwassers betrachtet. Die Untersuchung wird fort
gesetzt.
Für Cuxhaven liegen nunmehr nach Abschluß der umfangreichen Ablesearbeiten
die Werte des mittleren Wasserstandes (jährliche Mittel von nahezu 8800 stünd
lichen Wasserständen) des 50jährigen Zeitraums 1920—1969 vor. Sie schwanken
zwischen —8,4 cm (1947) und +21,7 cm N. N. (1967), das Mittel liegt bei +3,68
±5,68 cm N. N. Die mittleren Wasserstände von Cuxhaven und Esbjerg fluktuieren
nahezu parallel, der Korrelationskoeffizient für den genannten Zeitraum beträgt
+ 0,87.
Bei Cuxhaven weicht die Verteilung der stündlichen Wasserstände um die Schiefe
0,95 von einer Normalverteilung ab. So fällt auch der mittlere Wasserstand nicht
mit dem Mittelwasser zusammen, das als arithmetisches Mittel der Hoch- und Nied
rigwasserstände berechnet wird. Die Differenz der beiden Größen hat sich aus
weislich der fünfjährig übergreifenden Mittel 1922—1967 signifikant um 3 cm ver
größert. An den Pegeln Borkum, Helgoland und Büsum zeigt sich nichts der
gleichen.
Da beim Fachgebiet G 5 die neue Rechenanlage erst Ende 1971 in Betrieb genom
men werden konnte, ruhten für zwei Jahre alle Untersuchungen zur Darstellung der
Gezeiten und deren Überlagerung durch den Windstau. Die harmonische Entwick
lung des gezeitenerzeugenden Potentials von Doodson (1921) reicht für manche
Zwecke nicht mehr aus; eine ausführlichere Entwicklung, auch mit neuen Werten
der astronomischen Konstanten, wird vorbereitet.
2. Gezeitenströme
Der „Atlas der Gezeitenströme für die Nordsee, den Kanal und die britischen Ge
wässer“ ging vom Frühjahr 1971 an sehr stark ab und mußte Mitte des Jahres
nachgedruckt werden. Berichtigungsblätter, hauptsächlich zu den Tabellen, kamen
Ende 1970 und Mitte 1971 heraus. Wie in den „Gezeitentafeln“, Band I, wird nun
im gesamten Gültigkeitsbereich einheitlich die Mitteleuropäische Zeit (MGZ +
01 h 00 m ) verwendet.
Folgende Beiträge zu Seehandbüchern wurden fertiggestellt oder begonnen:
Nordsee-Handbuch, Nördlicher Teil: für Teil B (Naturverhältnisse) die Abschnitte
über Gezeiten und Gezeitenströme (mit zwei Gezeitenkarten).
Westindien-Handbuch, I. und II. Teil: jeweils für Teil B der Abschnitt über Karten
null.
Handbuch der Ostküste Nordamerikas, I. Teil: für Teil B die Abschnitte über Ge
zeiten und Windstau, Kartennull und Gezeitenströme (mit zwei Gezeitenkarten
des Gesamtgebiets und zwei Nebenkarten der Fundy Bay); ferner für Teil C
(Küstenbeschreibung) die Angaben über Gezeiten, Gezeitenbrandung, Gezeiten
ströme, gezeitenabhängige Wasserfälle, Flußwasserstände und -Strömungen. Im
Falle der Fundy Bay und ihrer Flußgebiete handelte es sich um die erste deutsche
Darstellung. Zahl, Umfang und Verschiedenheit der amerikanischen und kanadi
schen Quellen machten die Bearbeitung zwar reiz-, aber auch mühevoll.
Mittelmeer-Handbuch, IV. Teil, Griechenland und Kreta: für Teil B die Abschnitte
über Gezeiten und kurzperiodische Wasserstandsschwankungen (Seiches), Ge
zeitenströme und Strömungen unter den Küsten. Die Verhältnisse in der Euripos-
Straße konnten auf Grund neuer, teilweise etwas entlegener Quellen wesentlich
konziser beschrieben werden als bisher. Im übrigen sind die Angaben für jeden