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Full text: Jahresbericht 1970-1971

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25-/26. Jahresbericht des Deutschen Hydrographischen Instituts 1970/71 
auf Lochkarten übertragen: Helgoland 4 Jahre, Büsum 12 Jahre, Cuxhaven 4 Jahre, 
Borkum 7 Jahre. 
Zum Laufendhalten der Gezeitenunterschiede in den „Gezeitentafeln“ und „Gezei 
tenkalendern“ wurden aus den Hoch- und Niedrigwasserbeobachtungen von 86 
deutschen Pegeln, meist einjährigen Reihen jüngster Zeit, die Fourier-Darstellun 
gen der halbmonatlichen Ungleichheiten und daraus für 62 Pegel die nonharmo 
nischen Gezeitengrundwerte abgeleitet. Insgesamt handelte es sich um etwa 450 
Fourier-Anaiysen. Ebenso wurden aus den ausführlichen Vorausberechnungen der 
Hoch- und Niedrigwasser für 46 europäische und außereuropäische Bezugsorte die 
mittleren Hoch- und Niedrigwasserintervalle und teilweise auch die mittleren Hoch- 
und Niedrigwasserhöhen neu bestimmt. Für drei deutsche und vier ausländische 
Bezugsorte der „Gezeitentafeln“ wurden die mittleren Spring- und Nipptidenkurven 
neu konstruiert. 
Mit der Gezeitenrechenmaschine II waren die Gezeitenvorausberechnungen für 
Ekaterininskaja 1972 und 1973 und Vorausberechnungen astronomischer Schwere 
störungen auszuführen. 
Unter Benutzung der vorliegenden Gezeitenkarten wurden für die Seevermessung 
Wasserstandserrechnungskarten der Vermessungsgebiete Nordfriesische Inseln 
und Norderney hergestellt. 
Zahlreiche Gutachten und Auskünfte über Gezeiten und Wasserstände waren an 
Schiffahrtskreise, Seeämter, Gerichte und Privatpersonen zu erteilen. 
Beide Wissenschaftler des Fachgebiets nahmen am laufenden Wasserstandsvor 
hersage- und Sturmflutwarndienst teil. 
b) Besondere Arbeiten 
Entsprechend einem Beschluß der 2. Konferenz der Kommission der Nordsee- 
Hydrographen, Stockholm 1963, trat eine Expertengruppe 1964 in Hamburg zusam 
men und entwarf das Programm einer gemeinsamen Gezeitenvermessung der 
Nordsee. Bei der abschließenden Bearbeitung durch das DHI standen die Beob 
achtungen von 97 Küstenpegeln, 95 vor den Küsten gesetzten Rohrpegeln und 
über 200 Hochseepegel-Stationen zur Verfügung. Mängel, die die Hochseepegel 
auf größeren Tiefen zeigten, ließen es geraten erscheinen, das Gebiet nicht über 
56° N auszudehnen. Südlich dieser Grenze sind die Ergebnisse bei der Dichte der 
Meßstellen unterschiedlicher Art ausreichend gesichert. Die vier Karten der Linien 
gleichen mittleren Hoch- und gleichen mittleren Niedrigwasser-Zeitunterschieds 
(gegen den Durchgang des Mondes durch den Meridian von Greenwich) sowie der 
Linien gleichen mittleren Spring- und Nipptidenhubs wurden auf der 6. Konferenz 
der Nordsee-Hydrographen, Oslo 1970, zum offiziellen Gebrauch angenommen. Sie 
sind inzwischen als britische Admiralty Chart No. 5059 und als Anhang zu den 
Gezeitentafeln, Band i, erschienen. 
Die Genauigkeit, mit der die Höhe der Gezeit in See nach dem Beschickungsver 
fahren der Seevermessung aus Wasserständen an der Küste erhalten wird, wurde 
an Hand halbstündlicher Wasserstände des Pegels Scharhörn (6377 aufeinander 
folgende Werte der Monate Mai bis Oktober 1967) und der gleichzeitigen Pegel 
aufzeichnungen Cuxhaven und Helgoland untersucht. Die errechnete Beschickung 
wich bei Scharhörn systematisch um 1,7 cm von der beobachteten Höhe ab, maxi 
mal um -30 und +18 cm, bei einem mittleren Fehler von ±8,3 cm. Dieser verrin 
gert sich auf ±5,8 cm, die Maximalfehler auf —22 und +17 cm, wenn man nur die
	        
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