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Full text: Jahresbericht 1970-1971

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25726. Jahresbericht des Deutschen Hydrographischen Instituts 1970/71 
*) Vgl. 24. Jahresbericht 1969, S. 47 f. 
Das kolloidale und felnkrlstalllne Stadium des Elsenhydroxids, in das gelöste 
Eisenverbindungen nach Einbringung ins Meer schnell übergehen, bedingt dessen 
außerordentlich große Beweglichkeit. Im Versenkungsgebiet der Titandioxidwerke 
beispielsweise, wo täglich große Mengen Eisensulfat verklappt werden, wurde kein 
merklich erhöhter Eisenanteil im Sediment festgestellt (vgl. Abb. 14). Die im Jahre 
1971 wiederholte und erweiterte Überwachung des Versenkungsgebietes führte 
zu den gleichen Ergebnissen: Eine Beeinflussung der Sedimente durch das Ein 
bringen der Abfälle konnte bislang nicht festgestellt werden. 
Bei einem Großtest wurde im Frühjahr 1971 die Ausbreitung von 15 000 t Rot 
schlamm (Abfallstoffe der Aluminium-Industrie) nordwestlich der Weißen Bank 
(Deutsche Bucht) verfolgt. Zu diesen Arbeiten gehörten eine genaue Aufnahme des 
Einbringungsgebietes vor der Verklappung, die die Sedimentverteilung, die Zu 
sammensetzung der Schwebstoffe, pH-Werte der Sedimente und die Gehalte der 
freien Eisenoxide und Eisenhydroxide verschiedener Sedimenthorizonte umfaßte; 
in Laboruntersuchungen wurde die chemische und mineralogische Zusammen 
setzung des Rotschlamms bestimmt und dessen Sedimentationsverhalten festge 
stellt. 
Während und nach der Verklappung wurde in vier Kontrollfahrten anhand makro 
skopischer und chemischer Bestimmungen die Ausbreitung des abgelagerten Rot 
schlamms und der Rotschlammanteile in den Schwebstoffen verfolgt. 
e) Physikalische Eigenschaften der Sedimente 
Die in-situ-Messungen der Temperatur und der elektrischen Leit 
fähigkeit In Schlicken der westlichen Ostsee*) wurden ergänzt durch parallele 
Untersuchungen an gezogenen Kernen. Die Leitfähigkeit des ausgepreßten Poren 
wassers und die korrespondierende Porosität der zugehörigen Schlickhorizonte 
gestatteten die Ableitung des sogenannten „Formationsfaktors“, ein das Sediment 
charakterisierender Parameter. 
Die Entwicklungsarbeit an der Schallsonde für in-situ-Messungen*) wurde 
fortgesetzt. Nachdem erkannt worden war, daß die zu untersuchenden Schlicke 
akustisch wie ein Tiefpaß wirken und damit eine Aussendung von Schallimpulsen 
als Meßprlnzlp nicht zulassen, wird die neue Sonde mit einem Dauersinuston arbei 
ten. Mit der Entwicklung eines Empfangsverstärkers mit 80 dB Regelumfang sind 
für dieses Prinzip die notwendigen Voraussetzungen geschaffen, um die Schall 
dämpfung messen zu können. Die Schallgeschwindigkeit muß dann zwangsläufig 
mit Hilfe der Phasenverschiebung bestimmt werden. Die Schall- und die Leitfähig 
keitssonde wurden im Jahr 1971 auf eine Eindringtiefe von 5 m umgestellt. Parallel 
dazu wurde ein Führungsgestell entwickelt und gebaut, das die Eindringgeschwin- 
digkeit bis auf 1 cm/s zu regeln gestattet. 
f) Teilnahme an „Meteor“-Expeditionen 
Während des 4. Fahrtabschnitts der „Meteor “-Forschungsfahrt Nr. 
1 9 wurde der modernisierte Sedimentechograph auf dem portugiesischen Schelf 
erprobt. Es galt, die neubeschaffte Hydrophonkette und Vorverstärker so aufein
	        
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