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25./26. Jahresbericht des Deutschen Hydrographischen Instituts 1970/71
*) Vgl. Jahresbericht 1966, S. 82; 1968, S. 56.
und 400 I (Tiefsee). Die Station im Atlantik diente der Ergänzung der 1966 und
1968 im selben Seegebiet begonnenen Untersuchungen über wissenschaftliche
Fragen, inwieweit eine gefahrlose Lagerung verpackter niedrig-radioaktiver Abfälle
im Meer möglich ist*). Die Proben werden z. Z. aufgearbeitet.
Die Ergebnisse der Untersuchungen im Mittelmeer sollen mit denen aus dem
Atlantik verglichen werden. Unterschiede in der Vertikalverteilung radioaktiver
Falloutprodukte in verschiedenartigen Seegebieten - Mittelmeer als quasi abge
schlossenes Becken, Atlantik weiträumig von Strömungen durchgezogen — können
bei der Aufklärung vertikaler Verteilungsvorgänge von Nutzen sein.
Die im Jahre 1969 durch FS „Meteor“ (Reise 17) im Mittelmeer entnommenen Ober
flächenwasserproben sowie ein Teil der Proben von Reise Nr. 21 wurden auf ihren
Gehalt an Cs 137 untersucht. Die Werte liegen um etwa ein Drittel niedriger als die
im Jahre 1966 („Meteor“-Fahrt Nr. 7) ermittelten.
c) Messungen zu Vergleichszwecken
Ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit ist die Aufarbeitung von Vergleichs
proben und die Messung der darin enthaltenen radioaktiven Elemente. Dadurch
läßt sich ein Überblick über die Genauigkeit der Arbeitsmethoden und der Arbeits
güte im eigenen Labor im Vergleich zu anderen Instituten gewinnen. In den beiden
Berichtsjahren wurden Vergleichsproben von der Woods Hole Oceanographic
Institution, USA, dem Radiobiological Laboratory des Ministry of Agriculture,
Fisheries and Food in Lowestoft, England, und der Internationalen Atomenergie-
Behörde (IAEA), Wien, bearbeitet und ausgewertet. In allen Fällen konnte eine
gute Übereinstimmung im Bereich der normalen Fehlerbreite mit den Meßwerten
der anderen Laboratorien erreicht werden.
d) Verschiedenes
Im September 1971 wurde von der European Nuclear Energy Agency (ENEA),
Paris, in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Bildung und Wissen
schaft (BMBW) und dem DHI als örtlichem Veranstalter das 2. internationale Semi
nar über Radioökologie des Meeres in den Räumen des neuen Laborgebäudes in
Hamburg-Sülldorf abgehalten. An dem Seminar nahmen 30 Wissenschaftler aus 13
Ländern und von drei internationalen Organisationen (ENEA, IAEA, EURATOM)
teil.
Die nur langsam fortschreitende Fertigstellung der Nebentrakte des Ende 1969
bezogenen Laborneubaues in Sülldorf sowie die schleppende Beseitigung vorhan
dener Baumängel hat in den vergangenen beiden Jahren mehrfach zu erheblicher
Behinderung der wissenschaftlichen Arbeiten geführt.
5. Geologie, Morphologie und Physik des Meeresbodens
a) Kartierung des Seegrundes
Die Kartierung des Seegrundes in der Deutschen Bucht ging in den Be
richtsjahren weiter voran. Mit dem Ziel, das gesamte bisherige Kartenwerk in einer