accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Jahresbericht 1970-1971

Meereskunde 
43 
*) Vgl. 24. Jahresbericht 1969, S. 44 f. 
konnte keine Erhöhung der Eisen-Konzentration im Versenkungsgebiet und dessen 
Umgebung festgestellt werden (vgl. Abschn. 5. d). Offensichtlich wird das Eisen 
hydroxid immer wieder aufgewirbelt und durch die Strömungen weitertransportiert. 
Über die Untersuchungsergebnisse wurde im Februar 1971 auf einer Experten 
tagung in Rom vorgetragen. 
Im Gebiet der Flensburger Außenförde wird seit einigen Jahren Faulschlamm 
der Stadt Flensburg in die Ostsee eingebracht. Um den dadurch verur 
sachten Sauerstoffverbrauch zu untersuchen, wurden mit dem VFS „Gauß“ zwei 
Fahrten dorthin unternommen. Es ergab sich, daß der Sauerstoffgehalt in der Nähe 
des Meeresbodens sehr geringe Werte erreicht. Inwieweit hier allerdings ein 
nennenswerter Einfluß des Flensburger Faulschlamms vorliegt, muß in späteren, 
größer angelegten Untersuchungen geklärt werden. 
Seit Beginn des Jahres 1971 untersucht eine neue Arbeitsgruppe (ein Chemiker 
und ein Chemotechniker) die Spurengehalte an Schwermetallen im Meer 
wasser. Die Arbeiten sollen dem Ziel dienen, die natürlichen Gehalte und die 
durch menschliche Einwirkung entstandenen erhöhten Konzentrationen von gefähr 
lichen Elementen wie Quecksilber, Blei, Cadmium, Zink, Kupfer, Arsen u. a. in der 
Nord- und Ostsee sowie in ausgewählten Ozeangebieten zu bestimmen. Hierzu 
wird vor allem die relativ neuartige, hochempfindliche Analysenmethode der Atom- 
absorptionsspektrometrie eingesetzt. Für die extrem niedrigen Konzentrationen 
dieser Spurenelemente im Meerwasser müssen weitgehend neue Verfahren zur 
chemischen Anreicherung und zum Nachweis entwickelt und erprobt werden. 
Eine zweite Arbeitsgruppe, die aus Mitteln des Bundesministers für Bildung und 
Wissenschaft finanziert wird, hat ihre Arbeit im August 1971 aufgenommen. Sie 
befaßt sich in erster Linie mit der Verschmutzung des Meeres durch Pestizide 
und polychlorierte Biphenyle sowie mit der Entwicklung neuer Analysen 
verfahren und automatisch arbeitender Analysengeräte zum Nachweis von Gift- und 
Schadstoffen im Meer. 
4. Radioaktivität des Meeres 
a) Nord- und Ostsee 
Die Meßanlagen des Strahlenüberwachungsnetzes in den deutschen 
Küstengebieten zeigten keine Abweichungen der Meßwerte für das Oberflächen 
wasser gegenüber den Vorjahren an*). Somit bestand in den Jahren 1970 und 1971 
für den Bereich der Deutschen Bucht und der westlichen Ostsee keinerlei Gefähr 
dung der Biosphäre durch radioaktive Stoffe. 
Auf Überwachungs- und Meßfahrten wurden aus der Nordsee und der westlichen 
Ostsee 
im Jahre 1970 49 Wasser- und 40 Bodenproben, 
im Jahre 1971 234 Wasser- und 85 Bodenproben 
zur näheren Untersuchung auf bestimmte künstlich radioaktive Elemente entnom 
men. 
In der Ostsee ist die Konzentration von Cs 137 und Sr 90 im oberflächennahen 
Wasser im Rahmen der normalen Schwankungen praktisch unverändert geblieben.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.