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Full text: Jahresbericht 1970-1971

Meereskunde 
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d) Geräteentwicklung 
Es wurden Vorbereitungen getroffen, die Stationen des Seegangsmeßnetzes nach 
und nach auf eine telemetrische Übertragung der Meßwerte umzurüsten. Nach den 
schlechten Erfahrungen bei den JONSWAP-Messungen wurde damit begonnen, 
das Kompaßsystem der Pitch- und Roll-Bojen durch auf den Kreiseln angebrachte 
Förstersonden (Fluxgate-Magnetometer) zu ersetzen. 
3. Chemie des Meeres 
a) Arbeiten auf dem Gebiete der chemischen Ozeanographie 
Das Fachgebiet Meereschemie nahm 1970 an der Forschungsfahrt 20 c 
des FS „Meteor“ in das Gebiet des Island-Färöer-Rückens teil. Dort wurden die 
Temperatur, die Phosphat-Konzentration und die Chlorophyll-Konzentration des 
Oberflächenwassers vom fahrenden Schiff aus kontinuierlich registriert. Um den 
Übergang von dem wärmeren nordostatlantischen Wasser zum kalten ostisländi 
schen Polarwasser zu erfassen, wurde eine Reihe von Schnitten quer zur Streich 
richtung des Rückens gelegt. Die Registrierungen ergaben sehr interessante Zu 
sammenhänge zwischen Temperatur und Phosphat-Konzentration. Im allgemeinen 
war das kalte ostisländische Polarwasser arm an Phosphat und das wärmere 
nordostatlantische Wasser verhältnismäßig phosphatreich. Über dem Rücken und 
an seinem nördlichen Rande zeigten die Phosphat-Konzentration und die Tempe 
ratur eine ausgeprägte Feinstruktur. Die Übergänge von einem Wasserkörper in 
den anderen waren oft sehr abrupt. Außerdem gab es im Gebiet des warmen phos 
phatreichen Wassers immer wieder Einschübe von kaltem phosphatarmem Wasser 
und umgekehrt. Die beiden Wasserkörper waren also stark miteinander verzahnt. 
Die Chlorophyll-(= Phytoplankton)Konzentration war, abgesehen von einem klei 
neren Fleck, überall gering. Dieser Befund ist in Anbetracht der hohen Produktivi 
tät des Island-Färöer-Gebietes (dort liegt der „Rosengarten“, ein bedeutendes 
Fischerei-Gebiet) erstaunlich. 
Offensichtlich gibt es auch während der für die Primärproduktion günstigen Jahres 
zeit (Sommer) immer wieder Intervalle, in denen die Phytoplankton-Entwicklung 
infolge ungünstiger Lichtverhältnisse stark vermindert ist. 
Die chemischen Meßergebnisse der 13. Forschungsfahrt des FS „Meteor“ 
in das nordwestafrikanische Auftriebsgebiet wurden ausgewertet. Einen Teil der 
Ergebnisse veröffentlichte der Fachgebietsleiter in der Deutschen Hydrographi 
schen Zeitschrift und in der Umschau in Wissenschaft und Technik. 
b) Untersuchungen über die Verschmutzung des Meeres 
Eine Reihe von Gutachten mußte angefertigt werden, da die Industrie die 
Zustimmung für das Einbringen verschiedener Abfallstoffe ins Meer beantragte, 
darunter monatlich 1000 t Eisensulfat, 50 t nitrithaltige Warmbad-Härtesalz-Rück- 
stände sowie einmalig 350 t nitrit- und cyanidhaltige Härtesalz-Rückstände und 
500—1000 m 3 steinkohlenteerhaltiger Schlamm. In den Gutachten wurde die Frage 
beantwortet, ob, an welcher Stelle und unter welchen Bedingungen die Abfallstoffe
	        
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