Meereskunde
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mit neuen Sensoren in 4 Tiefen bestimmt. Eine Ferntelemetriestrecke ermöglicht
es, die aktuellen Daten über das WF-Netz*) unmittelbar ins DHI abzurufen. Diese
Direktübertragung der Meßgrößen ist im Winter für den Eisnachrichtendienst des
DHI von großer Bedeutung.
Im Labor für elektronische Datenverarbeitung konnte die elektronische Klein-
rechenanlage PDP 8 durch Anpassung eines Digital-Analog-Wandlers da
hingehend erweitert werden, daß nun Daten, die auf einem Magnetband gespei
chert vorliegen, auf einem normalen X-Y-Schreiber dargestellt werden können.
Beispielsweise lassen sich mit dieser Anlage T-S-Diagramme**) ohne umständliche
Zwischenarbeiten anfertigen. Ferner wurde ein Anpassungsgerät für einen Loch
streifenleser entwickelt, der es gestattet, die Bathysondendaten in kürzester Zeit
zur Weiterverarbeitung in die PDP-8-Anlage einzulesen. Ein außerdem entwickel
tes Anpassungsgerät dient dazu, die Meßwerte eines über Funk meldenden Strom
messers sofort zu verarbeiten und automatisch in Kurvenform aufzuzeichnen.
Im Sommer 1971 fanden in der Nordsee nahe Lowestoft/England mehrtägige Mes
sungen zum Vergleich verschiedener Strommessertypen statt.
Die Registrierungen werden vom Fisheries Laboratory in Lowestoft ausgewertet.
Die Studie „Systeme automatisch arbeitender Meßstationen im Meer mit Da
tenfernübertragung“, deren Federführung vom DHI im Auftrag und mit Mitteln des
Bundesministeriums für Bildung und Wissenschaft übernommen worden war***),
wurde 1970 nach Fertigstellung zweier ergänzender Industriestudien und einer
kritischen Stellungnahme des DHI abgeschlossen.
Ferner beteiligte sich die Abteilung an der Schiffsplanung, insbesondere
an den Planungsarbeiten für den Bau eines Ozean-Wetterschiffes, für einen Er
satzbau für das nur noch beschränkt einsatzfähige Vermessungs- und Forschungs
schiff „Gauß“ sowie für den Umbau des Fischereiforschungsschiffes „Walther Her
wig“ des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.
e) Sonstige Arbeiten
Die Beiträge zu den „Monatskarten für den Südatlantischen Ozean“ (Karten der
Strömungen, der Temperatur, des Salzgehalts und der Dichte) wurden 1970 abge
schlossen. Ferner konnten Beiträge über Strömungen, Temperatur und Salzgehalt
zu den Seehandbüchern „Mittelmeer, IV. Teil, Griechenland“ und „Ostküste der
Vereinigten Staaten“ fertiggestellt werden.
Zahlreiche Auskünfte und Gutachten wurden teils telefonisch, teils
schriftlich an Schiffahrt und Industrie erteilt. Drei Wissenschaftler der Abteilung
nahmen am Windstau- und Sturmflutwarndienst des DHI teil.
Wie in jedem Jahr stellten wir wissenschaftliche Arbeiten, die von DHI-Angehöri-
gen in den Jahren 1969 bzw. 1970 veröffentlicht wurden, zu Sonderdruck
sammlungen „Ozeanographie“ zusammen.
f) Einige Angaben über die Entwicklung der Beobachtungstätigkeit
Die Abb. 8 zeigt die Anzahl der Strommessungen und ihre Gesamtdauer in den
Jahren 1950—1970. Der starke Anstieg ab 1968 ist bedingt durch die Intensivierung
*) Fernsprechnetz der Wasser- und Schiffahrtsverwaltung des Bundes.
**) Temperatur-Salzgehalt-Diagramme.
***) Vgl. 24. Jahresbericht 1969, S. 39.