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25-/26. Jahresbericht des Deutschen Hydrographischen Instituts 1970/71
Bau eines Schleppgerätes mit fernregelbarer Tiefensteue
rung zur Messung der räumlichen Verteilung ozeanographischer Parameter so
weit vorangetrieben, daß im Frühjahr 1972 die erste praktische Erprobung des aus
glasfiberverstärktem Kunststoff hergestellten Gerätes erfolgen kann. Das Gerät ist
mit einer Datenerfassungseinheit für sechs Meßgrößen ausgestattet; die Daten
werden digital über Einleiterkabel auf das schleppende Schiff übertragen und
dort auf Magnetband aufgezeichnet.
Anläßlich der „Meteor“-Reise Nr. 21 fanden im Mittelmeer UKW-Ausbreitungsver-
suche statt. Damit sollte die Eignung dieser Funkfrequenzen für die drahtlose
Datenübertragung von Meßbojen geprüft werden. Es stellte sich heraus,
daß in einem begrenzten Entfernungsbereich eine besonders störarme Übertragung
möglich ist.
Zur Unterstützung meeresgeologischer Arbeiten während der „Meteor“-Reise Nr.
20c (s. a. Abschn. 5f) wurden profilseismische Versuche und Mes
sungen mit einem 5000-Joule-Sparkersystem durchgeführt, mit dem bei Wasser
tiefen von 1200 m im Sediment Eindringtiefen erzielt wurden, die einer Laufzeit von
1 s entsprechen (Abb. 7).
Ebenfalls geologischen Fragestellungen dienten Messungen der elektrischen Leit
fähigkeit (in situ, an Kastenlotkernen und am Porenwasser) sowie der Temperatur
und der Porosität in Ostseeschlicken. Die Auswertung ergab eine zufrie
denstellende Korrelation zwischen Formationsfaktor und Porosität, und zwar in
guter Übereinstimmung mit Messungen aus anderen Seegebieten.
Mit der Entwicklung einer Meßeinrichtung, die Untersuchungen über die Diffu
sionsvorgänge im bodennahen Meerwasser ermöglichen soll,
wurde begonnen.
Arbeiten am Instrumentarium zur automatischen Messung der Temperatur und des
Salzgehalts am Leuchtturm Kiel und zur sofortigen Übertragung der Meß
daten führten zu wesentlichen Verbesserungen. Die Wassertemperatur wird jetzt