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25./26. Jahresbericht des Deutschen Hydrographischen Instituts 1970/71
Bisher liegen insgesamt 889 Registriertage (Geräteanzahl X Meßtage) von den
drei Meßtiefen größtenteils aufbereitet vor, so daß sie zum Austausch mit den
übrigen Partnern dieses ICES-Projektes bereitstehen. Zeitweilig wurden zur Er
gänzung der Strommessungen auch Temperaturregistrierungen mit Thermopegein
auf der gleichen Position vorgenommen.
Der Untersuchung der Oberflächendrift, die besonders für akute Ölverschmutzungs
fälle von Bedeutung ist, diente eine neue Serie von 5000 D r i f t k a r t e n , die im
Laufe des Berichtzeitraumes in der südlichen Nordsee wiederholt von englischen,
niederländischen und deutschen Feuerschiffen ausgeworfen wurden.
Zur Vorbereitung der Regatten auf der Kieler Förde während der Olympiade
1972 haben wir im August und September 1970 Strömungsregistrierungen in 1 und
2 m Tiefe, zum Teil gleichzeitig mit Schwimmermessungen durch das Institut für
Meereskunde, Kiel, vorgenommen und die Ergebnisse dem Organisationskomitee
in der gewünschten Form zur Verfügung gestellt.
Die Aufbereitung des umfangreichen Materials an hydrographischen Beobachtun
gen und Strömungsregistrierungen, das anläßlich des Seegangsgroßversuchs
„JONSWAP“ (s. Abschn. 2a) v o r S y 11 im Juli 1969 gewonnen wurde, konnte fort
gesetzt werden. Die Restströmung (nach Eliminierung des M2-Gezeitenstrom-An-
teils) liegt für mehrere Tiefenhorizonte auf verschiedenen Positionen vor und
wurde in Gestalt „fortschreitender Vektordiagramme“ dargestellt.
Auf einer Forschungsfahrt mit VFS „Gauß“ im Sommer 1970 wurde in der zen
tralen Nordsee die Temperaturverteilung untersucht. Die Messun
gen, vorwiegend „Delphin“-Schnitte nordwestlich der Doggerbank, erweitern die
Kenntnisse über die Veränderlichkeit der sommerlichen Temperatursprungschicht
und lassen Vergleiche zu mit ähnlichen Schnitten aus den Jahren 1968 und 1969.
Wiederholungsschnitte gaben einen interessanten Einblick in die Wirkung eines
Abb. 6. Sommerliche Temperaturschichtung in der Nordsee: (a) vor und (b) nach einem Sturm
Starkwindfeldes auf die Temperaturschichtung; Abb. 6 zeigt als Beispiel das Tem
peraturprofil (a) vor und (b) nach dem Sturm. Man erkennt eine Verlagerung der
Sprungschicht in größere Tiefe und ein Anwachsen des Temperaturgradienten in
nerhalb der Sprungschicht als Folge des Sturms.