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25726. Jahresbericht des Deutschen Hydrographischen Instituts 197Ü/71
*) Vgl. 24. Jahresbericht 1969, S. 26 und 27.
Drei weitere Programme sind funktionsfähig und werden eingesetzt, entsprechen
aber noch nicht einer optimalen Lösung:
1. Eintragung der Funknavigationsnetze einer Decca- oder Hi-Fix-Kette in einen
Gauß-Krüger-Rahmen,
2. Auswerten der Lotrollen und Zeichnen der Arbeitskarten,
3. Zeichnen von Hyperbelnetzen für die Seekarte.
Die Programme dieser fünf Arbeitsvorgänge sind in Fortran IV geschrieben.
3. Einsatz der Forschungs-, Vermessungs- und Wracksuchschiffe
Das Forschungsschiff „Meteor“*) unternahm im Jahre 1970 drei
Fahrten mit insgesamt 32 737 Seemeilen. 1971 wurden auf vier Forschungsfahrten
30 479 Seemeilen zurückgelegt. Die Fahrten werden in Abschnitt С. I. ausführlich
beschrieben, die dabei für das Seekartenwerk ausgeloteten Fahrtstrecken sind in
der Tabelle am Ende dieses Abschnitts aufgeführt.
Das Vermessungs- und Forschungsschiff „Gauß“ unternahm
1970 22 Fahrten und 1971 zehn Fahrten in der Nord- und Ostsee. Diese dienten
überwiegend dem Auslegen und Aufnehmen von Hochseepegeln und Strommes
sern, aber auch geologischen, radiologischen und meereskundlichen Untersuchun
gen einschließlich der Überwachung der Nordsee auf Schmutzstoffe sowie Bau
musterprüfungen für Ortungsfunkanlagen. Die nautische Beiehrungsfahrt für Karto
graphen des Seekartenwerks führte 1970 mit der „Gauß“ von Hamburg durch den
Nord-Ostsee-Kanal in die Kieler Förde, wo einige Strommesser ausgelegt wurden,
von dort nach Kopenhagen und durch den Großen Belt zurück nach Kiel. Beim
Aufenthalt in Kopenhagen wurde Det Kongelige Danske Sökort-Arkiv besucht.
Seit dem 16. Oktober 1971 liegt „Gauß“ mit einem Wellenschaden in Hamburg und
fiel damit für alle weiteren Arbeiten aus.
Das im August 1969 in Dienst gestellte Vermessungs- und For
schungsschiff „Komet“**) konnte im Jahre 1970 infolge notwendiger
Restpunkt- und Garantiearbeiten für Maschine und Schiff sowie wegen der Liege
zeit für Beurlaubungen nur während 52 % der Vermessungsperiode eingesetzt
werden. In 295 Stunden wurden - bei einer An- und Rückfahrzeit von insgesamt
430 Stunden — rd. 10 730 sm Lotungslinien abgelaufen. Dem entspricht eine durch
schnittliche Leistung von 36 sm Lotungslinien je Stunde; die maximal mögliche
Leistung liegt bei 80 sm je Stunde.
Diese Ergebnisse haben bereits 1970 gezeigt, daß VFS „Komet“ mit seinen sechs
Vermessungsbooten aus Polyester eine erheblich größere Vermessungskapazität
hat als die beiden außer Dienst gestellten Vermessungsschiffe „Hooge“ und
„Rüden“ zusammen. Abgesehen vom Zeitfaktor, der bei der Ausnutzung günstiger
Wetterlagen eine bedeutende Rolle spielt, ergibt sich ferner, daß der Einsatz der
„Komet“ und seiner sechs Vermessungsboote bei einem größeren Vermessungs
gebiet auch kostenmäßig wesentlich günstiger ist als der Einsatz eines kleinen
Vermessungsschiffes (z. B. das Vermessungs- und Wracksuchschiff „Atair“) mit
einem der alten Vermessungsboote.
*) FS „Meteor“ wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und vom Deutschen Hydrographischen
Institut gemeinsam unterhalten und genutzt. Reeder ist das DHI.