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Full text: Jahresbericht 1970-1971

Seevermessung 
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Auftrag für ein etwa 7 m langes Polyesterboot mit Strahlantrieb, das wegen seines 
geringen Tiefgangs auch für Vermessungsarbeiten auf dem Watt eingesetzt werden 
kann. Die Auslieferung erfolgte am 11. November 1971. 
An den Planungen für ein zukünftiges Ozeanstützpunkt-, Wetter- und Forschungs 
schiff der Bundesrepublik sowie für einen Ersatzbau für das veraltete und sehr 
reparaturanfällige VFS „Gauß“ waren Seevermessungs-Fachleute maßgeblich be 
teiligt. 
2. Maritime Geodäsie und geodätische Berechnungen 
Größere Arbeiten für die Zwecke der Seevermessung und der nautischen Karto 
graphie waren: Einrechnen der Hyperbelscharen von Loran-C-Ketten in das geo 
graphische Netz als Unterlage für die Ortsbestimmung auf den „Meteor“-Fahrten 
Nr. 20 und 21; Berechnen von Navigationskarten mit 11 Loran-C- und Loran-A- 
Hyperbelnetzen für eine Vermessungsfahrt des VFS „Komet“ in das Seegebiet 
nördlich Islands; Einrechnen der Hyperbeln der Hi-Fix-Kette Kieler Bucht in die 
Gauß-Krüger-Gitternetze mit den Mittelmeridianen 9° und 12° zwecks Eintragung 
der Hi-Fix-Hyperbeln in die entsprechenden Arbeitskarten der Seevermessung; 
Einrechnen von Leit- und Interpolationsstrahlen der Consolfunkfeuer Stavanger 
und Bushmills in das geographische Netz der Seekarte Nr. 101 „Die Nordsee“ 
(1 :1 000 000). Die drei ersten Berechnungen wurden gemeinsam mit dem Fach 
gebiet Rechenanlage ausgeführt; für die vierte Rechenarbeit wurde der program 
mierbare und ausdruckende elektronische Tischrechner Diehl Combitron S benutzt. 
Er wurde auch für Umformungen von geographischen Koordinaten in Gauß-Krüger- 
Koordinaten und umgekehrt sowie zur Berechnung der Decca- oder Hi-Fix-Hyper- 
belwerte von Einzelpunkten für verschiedene Zwecke und Dienststellen eingesetzt. 
Um den Tischrechner noch weiter auszunutzen, wurde die Zahl der Rechenpro 
gramme von 38 auf 110 vergrößert. 
Für die Umstellung der Seevermessung auf eine weitgehend automatische Daten 
verarbeitung wurden in Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet Rechenanlage 20 
kleinere Rechenprogramme in Fortran IV für die neue Honeywell-Rechenanlage 
H 632 aufgestellt. 
Im März 1971 erhielt das DHI die numerisch gesteuerte Zeichenanlage ARISTOMAT 
(Aristo) mit der Steuerung GEOGRAPH 3000 (AEG). Die Anlage hat eine Rechen 
werkseinheit mit 8 K-Worten zu je 12 bit Kernspeicher, eine Schreibmaschinen-Ein- 
und Ausgabe, Fabrikat TELETYPE ASR 33 zur Kommunikation mit dem Digitalrech 
ner und eine 8-Spur-Lochstreifeneingabe. Der Zeichentisch mit Vacuum-Absaug- 
vorrichtung hat einen Arbeitsbereich von 120x150 cm; die maximale Zeichenge 
schwindigkeit beträgt 4 m/Minute. Es besteht die Möglichkeit zum Zeichnen mit 
verschiedener Werkzeugauswahl und einer Lichtzeicheneinrichtung sowie zum Gra 
vieren mit Tangentialsteuerung. 
Die angestrebte Automation in Seevermessung und Seekartenwerk, die Beschaf 
fung des elektronisch gesteuerten Zeichentisches und des neuen Rechners Honey 
well H 632 (Fachgebiet Rechenanlage) erfordern neue Rechenwege und Lösungs 
verfahren. Bis Ende 1971 konnten bereits zwei bislang von Hand ausgeführte 
Arbeiten von der Datenverarbeitung übernommen werden: 
1. Zeichnen von Mercatornetzen einschließlich Randeinteilung für Seekarten, 
2. Zeichnen des geographischen Netzes in eine Gauß-Krüger-Rahmenkarte (Ar 
beitskarte).
	        
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