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Volltext : Jahresbericht 1954

Jahresbericht  Nr.  9/1954

-  Seite  38  -

b)  ZeitbeStimmung.  Am  70  mm-Durchgangs-Instrument  wurden  im  Berichtsjahr ­
  von  drei  -  ab  1.  März  von  vier  -  Beobachtern  insgesamt  106  astronomische ­
  Zeitbestimmungen  angestellt.  Mit  der  Hamburger  Sternwarte  sind,  wie  im
Vorjahre,  laufend  Zeitbestimmungen  und  Quarzuhrenkontakte  ausgetauscht  worden. ­

Das  für  die  Aufstellung  des  photographischen  Zenitfernrohres  im  Hamburger ­
  Stadtpark  errichtete  massive  Beobachtungshaus  wurde  fertiggestellt.  Das
photographische  Spezialobjektiv  steht  kurz  vor  seiner  Auslieferung.  Der  Trägerrahmen ­
  für  den  Aufbau  des  gesamten  Instrumentes  wurde  geliefert.  Die  für
die  quarzgesteuerte  Bewegung  der  Photoplatte  beschaffte  Normalfrequenzanlage ­
  arbeitet  seit  Anfang  des  Berichtsjahres  einwandfrei.  Weitere  Konstruktionsarbeiten ­
  an  dem  Instrument  mußten  wegen  des  Umzuges  zunächst  zurückgestellt ­
  werden.  Für  die  Beobachtung  mit  dem  Zenitfernrohr  wurden  in  Zusammenarbeit ­
  mit  dem  Dezernat  VB  140  Sterne  aus  dem  2.  Katalog  der  Astronomischen
Gesellschaft  ausgewählt  und  deren  Eigenbewegungen  abgeleitet.  Das  Nautical
Almanac  Office  hat  dankenswerterweise  die  zur  Beduktion  auf  den  scheinbaren
Ort  benötigten  Besselschen  Tagesgröflen  einschließlich  der  nach  den  Woolardschen
  Formeln  berechneten  Nutationsglieder  für  die  nächsten  zwei  Jahre  zur
Verfügung  gestellt.  Die  Berechnung  der  scheinbaren  Sternörter  soll  durch  die
Iiochkartenstelle  beim  Dezernat  VA  erfolgen.
c)  Zeitbewahrung,  Dis  im  Vorjahre  entwickelten  Feintrimmer,  die  den  Gang
der  Quarzuhren  innerhalb  enger  Grenzen  genau  zu  korrigieren  gestatten,  wurden ­
  bis  jetzt  in  insgesamt  fünf  Uhren  eingebaut.
Bis  auf  die  Quarzuhr  H,  die  durch  die  Herstellerfirma  überholt  und  instand ­
  gesetzt  werden  mußte.zeigten  die  Quarzuhren,  die  der  Zeitbewahrung
dienten,  im  allgemeinen  befriedigende  Gangleistungen.
Dank  der  am  1.  März  1954  erfolgten  Einstellung  eines  weiteren  wissenschaftlichen ­
  Sachbearbeiters  konnte  nun  auch  damit  begonnen  werden,  das  seit
vielen  Jahren  angesammelte  Seobachtungs-  und  Zahlenmaterial  auf  das  langfristige ­
  Gangverhalten  der  Quarzuhren  hin  zu  bearbeiten.
Der  Ersatz  der  mechanischen  durch  magnetische  Kontakte  einschließlich  der
zugehörigen  Verstärker  wurde,  auf  weitere  Uhren  ausgedehnt.
Zu  den  im  Selbstbau  erstellten  sechs  Quarzuhren  wurden  sämtliche  Batterien ­
  und  Gleichrichter  sowie  zwei  Schwingquarze  geliefert.  Die  Uhren  werden
erst  im  kommenden  Jahre  in  Betrieb  genommen  werden  können.
Für  die  Gangvergleiche  der  Uhren  untereinander  wurde  ein  vierter  Sägezahnschreiber ­
  beschafft.
Über  eine  feste  Leitung  wurden,  wie  im  Vorjahre,  laufend  Quarzuhrkontakte ­
  und  -frequenzen  mit  dem  Fernmeldetechnischen  Zentralamt  in  Darmstadt
ausgetauscht.  Seit  Mitte  des  Jahres  werden  versuchsweise  auch  Quarzuhren-
            
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