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Full text: Jahresbericht 1970-1971

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25726. Jahresbericht des Deutschen Hydrographischen Instituts 1970/71 
Gezeitentafeln (außereuropäischer Bereich) wurde um die ausführlichen Voraus 
berechnungen für zehn neue Bezugsorte erweitert. 
Seit Januar 1971 werden die Hoch- und Niedrigwasserbeobachtungen von der 
schottisch-englischen Ostküste fortlaufend übermittelt. Dadurch lassen sich Bewe 
gungen, die zusätzlich zu den Gezeiten vom Atlantischen Ozean her in die Nordsee 
eindringen und die Wasserstände in der Deutschen Bucht nicht selten bis zu 0,5 m 
erhöhen oder erniedrigen, genauer verfolgen und bei den täglichen Wasserstands 
vorhersagen oder Sturmflutwarnungen berücksichtigen. 
Im Laufe des Jahres 1971 nahm das DHI für die umfangreichen Aufgaben des 
wissenschaftlichen Rechnens eine moderne, schnelle Rechenanlage H-632 der 
Firma Honeywell mit Magnetplatten als externe Speicher in Betrieb. 
Das Erdmagnetische Observatorium Wingst war federführend 
bei der gemeinsamen Standardisierung der erdmagnetischen Basiswerte von 14 
europäischen Observatorien. An der Vorhersage der Güte des Funkverkehrs wurde 
in der Arbeitsgemeinschaft „Ionosphäre“ der deutschen geophysikalischen Insti 
tute weiterhin mitgearbeitet. 
Auf der Generalversammlung der Internationalen Astronomischen Union in Brighton 
im August 1970 war das DHI in drei Kommissionen vertreten. Diese befaßten sich 
insbesondere mit der Frage, die astronomische Definition der gesetzlichen Zeit mit 
der neuen atomaren Definition der physikalischen Zeiteinheit (Sekunde) abzustim 
men. Der Zeitdienst des DHI registrierte laufend den Zeitunterschied 
zwischen der Anzeige seiner Caesium-Atomuhr und den Impulsphasen des Loran- 
C-Senders Sylt auf eine zehnmillionstel Sekunde genau. Solche Messungen werden 
benutzt, um Atomuhren weltweit mit sehr hoher Genauigkeit zu vergleichen. Dane 
ben wurden zahlreiche mechanische und elektronische Schiffs-Chronometer geprüft. 
Neben den gesetzlich vorgeschriebenen Baumusterprüfungen wurden in Hamburg 
und in den neun Außendienststellen des DHI über 100 000 nautische Geräte geprüft 
und Einbauberatungen vorgenommen. Nautisch-technische Untersuchungen erga 
ben Hinweise, nach denen nautische Instrumente und Geräte der Schiffsausrüstung 
verbessert werden konnten. 
Deutschland und die Niederlande erkennen seit dem 1. September 1970 ihre Prü 
fungszeugnisse für Positionslaternen (nur Wiederholungsprüfungen) und Magnet 
kompasse gegenseitig an. Auch mit Norwegen wurde die volle gegenseitige Aner 
kennung der Prüfungszeugnisse für Magnetkompasse vom 1. November 1970 ab 
vereinbart. 
Die Neufassung der Zulassungs- und Prüfungsbedingungen für Positionslaternen 
wurde in Verbindung mit der neuen Seeschiffahrtstraßen-Ordnung im Bundesanzei 
ger veröffentlicht und trat am 26. Mai 1971 in Kraft. Mit Zustimmung des Bundes 
ministeriums für Verkehr (BMV) wurden „Bestimmungen über die Beauftragung 
geeigneter Personen als Hilfsorgane des Deutschen Hydrographischen Instituts“ 
herausgegeben und im „Verkehrsblatt“ des BMV veröffentlicht. 
II. DER AUSSCHUSS DES SEEVERKEHRSBEIRATES FÜR DIE 
ANGELEGENHEITEN DES DHI 
Am 11. November 1971 fand die 26. Sitzung des Ausschusses des Seeverkehrsbei 
rates für die Angelegenheiten des DHI unter Vorsitz des Präsidenten im Großen
	        
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