accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text : Über Wassertemperaturen an deutschen Küsten

Die  Küste,  59  (1997),  1-26

5

im  Gezeitenrhythmus.  Ein  typisches  Volumelement  im  numerischen  Modell  hat  also
eine  Mächtigkeit  von  8  m  und  eine  horizontale  Ausdehnung  von  einer  Quadratseemeile
(1852  m  •  1852  m).  Die  horizontale  Modcllrasterung  ist  in  Alih.  1  Ib  erkennbar,  ln  Flachwasserbereichen
  dämpfen  Wärmeflüsse  zwischen  Wasser  und  Sedimentschichten  kurzfristige
Schwankungen,  z.  B.  den  Tagesgang  der  Wassertemperatur  bei  wolkenfreiem  Himmel
(Andrews,  1976  und  1980).  Deshalb  sind  im  Modell  3  Sedimentschichten  von  0,1  m,  0,5  m
und  2,5  m  Mächtigkeit  unterlegt.  Durch  Trockenfallen  und  Überfluten  der  Wattflächen  wird
der  Tagesgang  der  Wasser-  und  Sedimenttemperaturen  mit  einer  Störung  von  12,42  h  Periode ­
  überlagert  (Harrison,  1985;  Vugts  u.  ZlMMERMAN,  1985).
ln  den  Gleichungen  (1)  bis  (10)  ist  der  Übergang  von  infinitesimal  kleinen  Volumelementen ­
  zu  finiten  Differenzen,  wie  für  ein  numerisches  Modell  erforderlich,  nicht  vollzogen. ­
  Auf  die  numerischen  Verfahren  wird  hier  nicht  eingegangen.
Die  zeitliche  Änderung  der  Temperatur  im  Volumelement  hängt  ab  von  örtlichen  Strömungen ­
  (u,  v,  w)  und  turbulenten  Austauschvorgängen  (1)  sowie  von  Anfangswerten.  Gleichung ­
  (1)  ist  für  ein  sphärisches  Koordinatensystem  formuliert.  Hat  das  Volumelement  Kontakt ­
  mit  der  Atmosphäre,  kommen  Randbedingungen  für  den  Wärmefluß  im  Wasser  (2)
hinzu.  Die  im  Modell  berücksichtigten  Beiträge  zum  Wärmefluß  an  der  Meeresoberfläche  (3)
sind  solare  Einstrahlung  (4)  (SHINE,  1984),  infrarote  Rückstrahlung  (5)  (IDSO  u.  JACKSON,
1969),  sensibler  Wärmefluß  (6)  (LiU  et  al.,  1979}  und  latenter  Wärmefluß  (7)  (LlU  et  ah,  1979).
Gleichung  (8)  stellt  einen  Zusammenhang  zwischen  spezifischer  Feuchtigkeit  und  Wasserdampfpartialdruck ­
  e 4 her  (Warn'KCKE,  1991).  Bei  Eisbedeckung  müssen  die  Wärmeflußbeiträge ­
  modifiziert  werden,  die  deutsche  Küste  war  jedoch  im  hier  fraglichen  Zeitraum  weitgehend ­
  eisfrei.  Die  Sedimentschichten  sind  über  die  Wärmeleitungsgleichung  (9)  an  die  bodennächste ­
  Wasserschicht  gekoppelt.  Unter  der  Annahme,  daß  die  durch  den  Boden  geleitete
Wärmemenge  proportional  dem  vertikalen  Temperaturgradienten  ist,  ergibt  sich  eine  zu  (2)
analoge  Formel.
Eine  durch  die  Wärmeflüsse  veränderte  Wassertemperatur  kann  im  Wasserkörper  zu
Veränderungen  der  Dichte  (10)  und  Dichtegradienten  führen,  was  —  und  damit  schließt  sich
der  Kreis-Rückwirkungen  auf  die  Strömungen  (1)  hat.  Das  Formelwerk  für  die  Berechnung
der  Strömungen  findet  sich  an  anderem  Ort  (Kleine  et  al.,  1997).
Das  Operationelle  Modell  benötigt  zur  Berechnung  der  Wärmeflüsse  Eingangsdaten  aus
einem  Atmosphärcnmodell.  Auch  dabei  handelt  es  sich  um  ein  Vorhersagemodell.  Es  ist  eine
Koppelung  mit  dem  Europa-Modell  (Majewski,  1991)  des  Deutschen  Wetterdienstes  eingerichtet. ­
  Über  eine  Datenleitung  werden  täglich  2mal  Prognosen  des  Oberflächenluftdrucks
Pj,  der  Windgeschwindigkeit  W 12 ,  der  Lufttemperatur  T a ,  der  spezifischen  Feuchtigkeit  q,
und  des  Bewölkungsgrades  c  bis  78  h  voraus  in  Zeitschriften  von  2  Stunden  übermittelt.  Die
thermodynamische  Wechselwirkung  zwischen  Atmosphärenmodell  und  Meeresmodell  ist
derart  stark,  daß  das  Meeresmodell  keiner  Datenassimilation  bedarf.  Gemessene  Daten  gehen ­
  lediglich  im  Atmosphärenmodell  ein,  und  zwar  dadurch,  daß  meteorologische  Daten  aus
dem  Meßnetz  mit  einem  Analysemodell  zu  Anfangsverteilungen  der  Prognoseläufe  aufbereitet ­
  werden.  Mit  dem  Verzicht  auf  Datenassimilation  ist  sichergestellt,  daß  alle  Ergebnisse
des  Operationellen  Modells  des  BSH  im  thermo-  und  hydrodynamischen  Sinne  in  sich  konsistent ­
  sind.

i  ±  ( K
R 1  cos’<!>  \

dT

+  “  »T  ,

V

*T  H

dT

dt

R  cos  <t>  dk

R

dz

dT

)  +  I  a

|cos

X  V

dT

u

d

( K  * t \

dk

1  R 2 cos4>  r * < t>

*

ri<J>

r

dz

\  v  dz  1

(I)
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.