der globalen ozeanischen Zirkulation.
Der Weltozean enthält 97% des globalen
Süßwasservorrats. Er Ist damit die wesentliche
Quelle für das Süßwasser, das als Niederschlag
über den Kontinenten abregnet. Die Atmosphäre
enthält dagegen nur ca. 0,001 % des globalen
Süßwasservorrats. Die enorme Speicherwirkung
des Ozeans verschiebt die kurzfristigen meteoro
logischen Signale hin zu den langfristigen Klima
signalen. Veränderungen des Austauschs von
Süßwasser zwischen Ozean und Atmosphäre,
sowohl in der Intensität als auch der regionalen
Verteilung, haben daher große Auswirkungen.
Neben Verschiebungen des tropischen Nieder
schlagsgürtels und ihrer Auswirkungen auf die
Kontinente, kontrolliert der ozeanische Süß
wassertransport in den polaren Ozeangebieten,
also der Antarktis und der Arktis, entscheidend
die thermohaline Zirkulation des Weltozeans.
Der Nordatlantik ist durch die hohe Wärme
menge und die Abkühlung In den hohen Breiten
zu dem wichtigsten Glied der globalen Zirkulation
geworden: hier wird die horizontale überwiegend
windgetriebene Zirkulation mit der vertikalen,
thermohalinen Zirkulation gekoppelt. Durch eine
Folge von Austauschvorgängen mit der Atmo
sphäre in bestimmten Ozeangebieten wird die
globale thermohaline Zirkulation aufrechter
halten. Ihr oberflächennaher Teil wird In der Indo
nesischen Inselwelt durch reichhaltige Nieder
schläge stark ausgesüßt, in den äquatorialen
Gebieten des Indischen und Atlantischen Ozeans
aufgeheizt und gelangt schließlich in den Nordat
lantik, wo er durch starke Abkühlung und Konvek
tion in die Tiefsee umgelagert wird. Besonders
hier wird die ständige Wechselwirkung Ozean-
Klimaschwankungen
Atmosphäre wegen der hohen Breite eng gekop
pelt an die Kryosphäre, also den eisbedeckten
Teil der Erdoberfläche. Strahlungsgleichgewicht
der Atmosphäre, meridionaler Wärmetransport
und die Süßwasserbilanz des Gesamtsystems
beeinflussen sich gegenseitig schnell und nach
haltig. Markiert durch die Signale dieser engen
Wechselwirkung mit der Atmosphäre auf dem
Weg in den Nordatlantik, also mit Sauerstoff und
natürlichen und anthropogenen Spurenstoffen,
tritt das Wasser seinen Rückweg als Teil der glo
balen Tiefenzirkulation an, die sie durch den Indi
schen und Pazifischen Ozean zu deren jeweiligen
Nordenden führt. Dort gelangt es zum Ausgleich
des abgeflossenen Oberflächenwassers als „up-
welling“ an die Oberfläche zurück und beginnt
erneut diesen Kreislauf. Dieser Reiseweg dauert
in der Größenordnung 1000 Jahre.
Die antreibenden Kräfte sind die globalen
Verteilungen von Wärme, Süßwasser und Wind
schub an der Meeresoberfläche. Ihre jeweilige
Stärke ist starken jahreszeitlichen und regionalen
Schwankungen unterworfen. Daneben existieren
langfristige Schwankungen, also Im Bereich von
mehreren Jahren bis Jahrzehnten, die zu Verän
derungen dieser Flüsse von Wärme und Süßwas
ser an der Meeresoberfläche führen. Sie bewir
ken ebenfalls entsprechende Veränderungen der
ozeanischen Zirkulation und damit sowohl des
vertikalen als auch horizontalen Transports von
Wärme und Süßwasser. Die kurzfristigen
Schwankungen in der atmosphärischen Zirkula
tion und die damit verbundenen Schwankungen
des Austausches von Wärme und Süßwasser
zwischen Atmosphäre und Ozean (fast system)
werden vom Ozean aufsummiert: der tiefe Ozean
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