Meereskunde
ren gehen diese Reise-Informationen in die Mee
resumwelt-Datenbank (MUDAB) ein, wo sie den
ersten Baustein für die folgenden Daten und Infor
mationen bilden, auf denen dann Daten und Infor
mationen zu Meßergebnissen, Probennahme-
und Analysemethoden aufbauen (Abb. 16). Des
weiteren werden die Reiseinformationen dazu
genutzt, eine Übersicht der von deutschen For
schungsschiffen durchgeführten Untersuchun
gen in dem „Fahrtergebnisheft“ zu publizieren.
Die Meeresumwelt-Datenbank (MUDAB)
wird seit 1987 in Zusammenarbeit mit dem Um
weltbundesamt im BSFI aufgebaut und betrieben.
Sie dient zur Sammlung aller für die Überwa
chung des marinen Umweltbereichs relevanten
Daten und Informationen, insbesondere solcher,
die von den Fachbehörden des Bundes und der
Länder aufgrund nationaler und internationaler
Übereinkommen jährlich erhoben und an die je
weiligen Gremien weitergeleitet werden:
- Gemeinsames Bund/Länder-Meßprogramm
für die Nordsee (BLMP)
- Joint Monitoring Programme der Übereinkom
men von Oslo und Paris (JMP)
- North Sea Task Force
- Baltic Monitoring Programme.
1991 erhielt MUDAB Überwachungsdaten
von 16 nationalen Datenerzeugern. Die Daten
menge umfaßt mehr als 170 000 Datenrecords,
die über 120 verschiedenen Parametern aus den
Bereichen Brack- und Meerwasser, Sedimente
und Organismen zuzuordnen sind. Die Zunahme
gegenüber dem Vorjahr beruht unter anderem auf
der Übernahme der Daten aus dem nationalen
Projekt „Fischkrankheiten im Wattenmeer“ des
Umweltbundesamtes und der Länder Schleswig-
Holstein und Niedersachsen. Die Verknüpfung al
ler Daten der einzelnen Teilvorhaben wurde gelei
stet und die Daten nach Übertragung in z.T. neue
Formate dem ICES zugeleitet. Diese Daten sollen
beim ICES zur Erstellung des „Quality Status Re
port“ (QSR) durch Arbeitsgruppen der North Sea
Task Force (NSTF) genutzt werden. Zusätzlich
wurden Daten von 1981-1991 zu äußeren Fisch
krankheiten dem ICES übermittelt, wie sie von
der Bundesforschungsanstalt für Fischerei in der
gesamten Nordsee erhoben wurden.
Nachdem in den vergangenen Jahren die
Produktion aus MUDAB übermäßig beansprucht
wurde, konnte im Berichtsjahr dem Ausbau dieser
Datenbank größere Priorität eingeräumt werden.
Insbesondere wurde mit der Erstellung einer Be
nutzeroberfläche begonnen und diese z.T. fertig
gestellt. Menügetriebene Oberflächen sind die
Voraussetzung, um auch Externen die Benutzung
der Datenbank zu ermöglichen.
Im Rahmen des internationalen Projektes
World Ocean Circulation Experiment, WOCE,
wurde im DOD für das WOCE Hydrographie Pro
gramme (WHP) das Special Analysis Centre
(SAC) eingerichtet. In Zusammenarbeit mit dem
WHP-Data Analysis Centre (DAC) in Woods Hole/
USA, dem Max-Planck-Institut für Meteorologie
sowie dem IfM Hamburg wurde mit dem Aufbau
einer Referenzdatenbank für das Projekt begon
nen.
Für die Darstellung der Daten des atmo
sphärischen Eintrags von Schadstoffen in die
Nordsee wurden im DOD internationale Daten
erfaßt und in Graphiken umgesetzt, die den
OSLO-PARIS-Kommissionen (OSPARCOM) zu
geleitet wurden.