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Full text: Jahresbericht 1991

Meereskunde 
kelt. Dieser Ansatz beruht auf einer Parameteri- 
sierung der turbulenten Prozesse unterhalb der 
Modellgitter-Skala (sub-grid-scale-Turbulenz) in 
Abhängigkeit des aktuellen Strömungs- und Mas 
senfelds. Durch die Einbeziehung dieser sgs-Tur- 
bulenz ist eine physikalisch sinnvolle Model 
lierung von Schichtung möglich. Der hier entwik- 
keite sgs-Turbulenz-Ansatz liefert ferner eine 
Parameterisierung für den horizontalen Aus 
tausch in einer Form, daß die zeitliche Entwick 
lung von Fronten und Wirbeln untersucht werden 
kann. 
Ein weiteres Modell zur Untersuchung me- 
soskaliger Prozesse wurde im Rahmen des For 
schungsprojektes „Entwicklung eines numeri 
schen Modells zur Simulation der Patchiness in 
der Ostsee“ entwickelt. Es dient zur Untersu 
chung von fleckenhaften Verteilungen (patchi 
ness) gemessener physikalischer, chemischer 
und biologischer Größen während der Frühjahrs 
blüte des Phytoplanktons. Grundlage der Simula 
tion ist ein wirbelauflösendes Zirkulationsmodell, 
das Vertikalkonvektion berücksichtigt. Dieses Zir 
kulationsmodell wird mit gemessenen meteoro 
logischen Daten und einem 9-Komponenten 
Strahlungsmodell angetrieben. An das Zirkula 
tionsmodell ist ein „biologisches“ Modell gekop 
pelt, das nichtlineare chemisch-biologische 
Wechselwirkungen simuliert. Es erlaubt verschie 
dene physikalische und biologische Mecha 
nismen von „patchiness“ zu untersuchen. Die 
Prozesse, die in dem biologischen Modell 
berücksichtigt werden, sind u.a. Unterwasser 
strahlung, Selbstabschattung von Phytoplankton, 
Michaelis-Menten-Kinetik sowie Fraß durch ver 
schiedene herbivore Zooplanktonarten. 
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Modellierung des Seeganges im Küstenbereich 
Das KFKI-Projekt „Seegang und Bemes 
sung auf Seegang im Küstenvorfeld der Deut 
schen Bucht und in den Ästuaren“ (Projektleitung 
BSH) ist nach drei Jahren Förderung durch den 
BMFT ausgelaufen. Die Auswertung der Messun 
gen und die Fertigstellung des Abschlußberichtes 
wird Anfang 1992 beendet sein. Der wissen 
schaftliche Flintergrund für die Einrichtung dieses 
Projektes war die Erkenntnis, daß die gegenseiti 
ge Beeinflussung von Wind, Seegang, Strömung 
und Wasserstand (Anfachung des Seeganges 
durch den Wind, seeganginduzierter Massen 
transport erzeugt Strömung bzw. erhöht Wasser 
stand, wasserstandsabhängige Dämpfung der 
Wellen, um nur einige zu nennen) bei der Berech 
nung von Seegang und Strömung bzw. Wasser 
stand im Flachwasser der deutschen Watt- und 
Ästuargebiete nicht vernachlässigt werden darf. 
Das Ziel dieses Projekts, ein „Küstenmodell“ 
zu entwickeln, das diese Wechselwirkung berück 
sichtigt, und dessen Validierung mit Hilfe von 
Naturmessungen, konnte weitgehend erreicht 
werden. Das Küstenmodell wird durch ein atmo 
sphärisches Grenzschichtmodell ergänzt, das die 
Änderung des Windfeldes beim Übergang von 
See auf den Küstenbereich berücksichtigt. 
Die Untersuchungen im KFKI-Projekt wur 
den von dem MAST-Projekt „Wadden Sea Project 
(WASP)“ unterstützt. Im Rahmen dieses Projek 
tes wurden im Winter 1991/92 Wind-, Seegangs 
und Strömungsmessungen zwischen Sylt und 
Römö sowie im Elbästuar durchgeführt. 
Das Küstenmodell stellt eine Erweiterung 
der im Seegangsvorhersagedienst verwendeten
	        
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