accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Jahresbericht 1991

Da die Genauigkeit eines spurenanalyti 
schen Verfahrens im wesentlichen vom Betrag 
und der Streuung der Blindwerte abhängt, wer 
den regelmäßig Blindwerte der verschiedenen 
Analysenmethoden gemessen. Die Streuung ist 
ein Maß für die Genauigkeit eines Analysenver 
fahrens. 
Die Überprüfung der Richtigkeit der einge 
setzten Analysenverfahren erfolgt zum einen 
durch regelmäßige Analysen von zertifizierten 
Seewasser-Referenzmaterialien, zum anderen 
durch Teilnahme an nationalen und internationa 
len Interkalibrations-Experimenten. Zur Zertifizie 
rung von Referenzmaterialien von See- und 
Ästuarwasser führte das Community Bureau of 
Reference (BCR) der Europäischen Gemein 
schaften mehrere Vergleichsstudien durch. An 
diesen Studien nahm das BSH 1990 und 1991 
für die Elemente Mangan, Eisen, Kobalt, Nickel, 
Kupfer, Zink, Blei und Quecksilber teil. Außerdem 
beteiligte es sich an einer Studie über die Analyse 
verschiedener Oxidationsstufen von Chrom in 
Wasser. 
Im Rahmen einer Dissertation ist ein neues 
Verfahren zur Bestimmung des Schwermetalls 
Chrom in seinen unterschiedlichen Wertigkeits 
stufen im Meerwasser entwickelt worden. Die Be 
stimmung der Konzentrationen von Schwerme 
tallen im Meerwasser erfordert eine Matrix 
abtrennung, die in vielen Fällen auch mit einer 
Anreicherung der Elemente verbunden sein muß. 
Die Methode der Anreicherung erlangt besondere 
Bedeutung bei Elementen, die in verschiedenen 
Oxidationsstufen im Meerwasser vorliegen und 
deren Valenzzustand durch die Art der Aufkon 
zentrierung verändert werden kann. Chrom ge 
Untersuchungen 
hört zu den Elementen, die eine wertigkeitsspezi 
fische Bestimmung erfordern. Die Verbindungen 
der Oxidationsstufen +3 und +6 des Chrom wei 
sen sehr gegensätzliche chemische Eigenschaf 
ten auf. Im Meerwasser werden beide Formen 
des Chroms erwartet. Die geringe Zahl von Litera 
turdaten über Chromkonzentrationen im Meer 
wasser ist im wesentlichen darauf zurückzufüh 
ren, daß bislang die verschiedenen Wertig 
keitsstufen des Chroms nicht unterschieden wer 
den konnten. 
Es wurden einmal verschiedene Absorp 
tionsmaterialien auf ihre Eignung zur Chrom 
anreicherung und zum anderen verschiedene 
Prozeduren zur Probenaufbereitung untersucht. 
Nach der entwickelten Methode kann mit der 
TRFA sowohl der Cr(VI)-Anteil als auch der Ge 
samtanteil aus Cr(lll) und Cr(VI) bestimmt wer 
den. Zur Bestimmung des Cr(VI)-Anteils darf die 
Probe nicht angesäuert werden, sie muß also 
unkonserviert gelagert oder sofort behandelt wer 
den. Zur Abtrennung der Metallchelatkomplexe 
von der Seewassermatrix und zur Anreicherung 
haben sich Silicagelsäulen als optimal erwiesen. 
Zur Detektion von Chrom(lll) muß die Wasserpro 
be vor ihrer Anreicherung mit UV bestrahlt und 
mit FI2O2 behandelt werden. Cr(VI)-Anteile einer 
Probe werden durch UV-Bestrahlung nicht bein- 
flußt, so daß damit der Gesamtanteil aus Cr(lll) 
und Cr(VI) ermittelt werden kann. Die Anwendung 
der TRFA bei den Untersuchungen zur Chrom- 
Bestimmung erwies sich als besonders vorteilhaft 
aufgrund der zusätzlichen Elemente, die gleich 
zeitig bestimmt werden können. 
57
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.