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Full text: Jahresbericht 1991

Zeitraum ist bei einigen anthropogenen Stoffen 
(z. B. den chlorierten Kohlenwasserstoffen) ein 
deutlicher Rückgang zu beobachten, der aber 
noch nicht sicher erklärt werden kann. Möglicher 
weise spielt die hydrographische Situation dabei 
eine wichtige Rolle, da in den letzten beiden Jah 
ren verstärkt warmes und salzreiches Atlantik 
wasser bis tief in die Deutsche Bucht eindrang. 
Bezüglich der Schwebstoffverteilung ist eine 
klare räumliche Gliederung in der Deutschen 
Bucht zu beobachten. Höchste Gehalte treten bei 
stürmischen Wetterlagen vor der nordfriesischen 
Küste auf. Im Bereich der Weißen Bank ist eine 
starke Zufuhr von Suspensionsfracht aus der 
südwestlichen Nordsee zu erkennen. Über den 
dazwischenliegenden großen Sandflächen sind 
die Schwebstoffgehalte relativ gering. 
Hydrographisch war die Situation in den letz 
ten beiden Jahren durch einen verstärkten Ein 
strom von relativ warmem Atlantikwasser bis tief 
in die Deutsche Bucht hinein gekennzeichnet. 
Bei den anorganischen Nährstoffen wie 
Phosphaten und Nitraten wurde eine größere 
Wintervariabilität als vermutet beobachtet. Die 
gesamtjährliche Variabilität wird stark durch die 
Lebenszyklen und die fleckenhafte Verbreitung 
(Patchiness) des Phytoplanktons bestimmt. 
Die Arbeiten im Bereich der Schwermetalle 
im Meerwasser brachten wichtige Verbesserun 
gen in der Probenkonservierung und der Analytik. 
Durch die systematische und dichte Beprobung 
ließen sich auch die Interpretationsmöglichkeiten 
verfeinern. Die innerjährliche Variabilität stellte 
sich größer als erwartet heraus. Weiterhin treten 
deutliche räumliche Verteilungsmuster in der 
Deutschen Bucht heraus. 
Untersuchungen 
Regionale Verteilungsmuster zeigen sich 
auch bei den chlorierten Kohlenwasserstoffen; 
ebenso ein Jahresgang. Die Variabilität der Ge 
halte ist aber nicht besonders groß. Sie nimmt 
mit der Entfernung zur Küste ab. Beim a-HCH 
hat sich der in 1990 beobachtete Rückgang von 
ca. 50% in 1991 bestätigt. Der Gehalt an anthro 
pogenen Chlor-Phenolen hat in 1990, besonders 
deutlich im Bereich der Elbe-Einflußzone entlang 
der nordfriesischen Küste, abgenommen. Neuere 
Pestizide aus der Gruppe der Azine sind im Elbe- 
Ästuar gemessen worden. Im Bereich der haloge 
nierten Phenole ließen sich durch die verbesserte 
Analytik natürlich gebildete Brom-Phenole quan 
titativ bestimmen. 
Durch Einsatz der Gaschromatographie- 
Massenspektroskopie (GCMS) auf dem Gebiet 
der Erdölkohlenwasserstoff-Nachweise ließ sich 
erstmals die Variabilität von ca. 60 Einzelkompo 
nenten bestimmen. Die Variabilität wird neben 
dem Jahresgang von Temperatur und Bioproduk 
tion stark durch die wechselnden Einträge von 
Land durch Flüsse und Schwebstoffgehalte er 
zeugt. 
Die Verteilung der künstlichen Radionuklide 
(Cs und Sr) zeigt einen überwiegenden Einfluß 
von La Hague in einem engen Band parallel zur 
Küste und einen überwiegenden Einfluß von Sel- 
lafield in der äußeren Deutschen Bucht. Die Va 
riabilität ist stark an die herrschenden ozeanogra- 
phischen Verhältnisse gebunden. 
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