Meereskunde
Partnern unter Einsatz mehrerer Forschungsschiffe
durchgeführt.
Im Mittelpunkt des Jahres 1991 standen
zwei Ausfahrten mit mehreren Schiffen von jeweils
drei Wochen Dauer in die Deutsche Bucht,
auf denen für die großräumigere Untersuchung
ein Raster von 10 Seemeilen Gitterabstand abgefahren
wurde, während gleichzeitig ein Schiff (FS
VALDIVIA) überwiegend in einem Wasserkörper
driftete. Zeitlich überlappend wurden an festen
Positionen und auf Schnitten in der Deutschen
Bucht hydrographische und Schwebstoffuntersuchungen
von dem VWFS ATAIR vorgenommen.
Der Beitrag des BSH zum Projekt war, neben
der Erfassung des ozeanographischen Umfeldes,
der Untersuchung der Resuspension von
Meeresbodenmaterial und dem chemischen Umund
Abbau von Schadstoffen im Meer gewidmet,
beides wichtige Prozesse für das Verständnis der
Umwandlung von Schadstoffen.
Zur Untersuchung der Resuspension wurden
auf 6 Positionen in der Deutschen Bucht
Thermistorketten, Strömungs- und Trübungsmesser
in mehreren Wassertiefen verankert. Abb. 15
zeigt den Verlauf der bodennahen Trübung (Meßtiefe:
39 m) auf einer Station ca. 10 Seemeilen
westnordwestlich von Helgoland für den Zeitraum
15. bis 30. April 1991. Deutlich erkennbar ist die
sehr starke Zunahme der Trübung während der
ersten Tage des Experimentes. Ursache war ein
starker NNW-Sturm. Starker Seegang und Strömungsgeschwindigkeiten
bis zu 90 cm/s bewirkten
eine beträchtliche Erosion von Bodensedimenten,
die sich in der dargestellten Zeitreihe der
Trübung widerspiegelt. Im weiteren Verlauf des
Experimentes beruhigte sich die Wetterlage deut52
lieh, die Windstärken in der Deutschen Bucht
lagen überwiegend unter 5 Beaufort, was sich ab
dem 21. April in der Trübungskurve in einem
ruhigen Verlauf zeigt. Die zweimal täglich auftretenden
Trübungsmaxima werden durch regelmäßige,
gezeitenbedingte Wasserkörperverlagerungen
bewirkt (d. h. schwebstoffreiches,
küstennahes Wasser strömte seewärts). Auf zwei
ergänzenden Meßfahrten mit VWFS WEGA wurden,
in Zusammenarbeit mit der GKSS unter Verwendung
des EROMES-Systems, an mehreren
Stationen untersucht, welche Schubspannung
auf die Bodensedimente durch Strömung und
Seegang ausgeübt werden muß, damit es zu einer
Erosion (Aufwirbelung) dieser Sedimente
kommen kann. Die Messungen ergaben für die
Bodenschubspannung bei sandigem Boden mit
6% Feinkornanteil Werte zwischen 0,3 und 0,7
N/m 2 . Auf Stationen mit Sedimenten höheren
Feinkornanteils (sandiger Schlick, schlickiger
Sand) wurden geringere kritische Schubspannungen
gemessen.
Die Untersuchungen zum chemischen Umund
Abbau von Schadstoffen im Meer erfordern
- soweit die Schwermetalle betroffen sind - ein
differenziertes Studium des Verhaltens dieser
Stoffe in den verschiedenen Kompartimenten der
Wassersäule. Sie können nur in einer engen Zusammenarbeit
mit biologischen Arbeitsgruppen
durchgeführt werden. Aus diesem Grund wurde
die Kooperation mit der Universität Hamburg und
der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule
Aachen gesucht, die das Verhalten von
Schwermetallen im Phytoplankton und Zooplankton
untersuchten. Die Schwermetallgruppe nahm
an den beiden Driftexperimenten teil. Es wurden