Sedimentverteilung in Nord- und Ostsee
Das Verständnis der aktuellen Sedimentver
teilungsmuster und der Materialumlagerungen
setzt eine moderne Kartierung der vorhandenen
Sedimenttypen voraus, der darum eine hohe
Priorität eingeräumt wird. Die schon seit mehre
ren Jahren laufenden Kartierungen des Nordsee
bodens wurden im Berichtsjahr fortgesetzt. Er
gänzt wurden die Arbeiten durch die Ergebnisse
des „Southern North Sea Project“, das im Früh
jahr 1991 abgeschlossen wurde.
In der westlichen Ostsee wurden die begon
nenen Aufnahmen zur Herstellung thematischer
Bodenkarten in das Gebiet vor der Küste Meck
lenburg-Vorpommerns ausgedehnt. Dabei wur
den auch Geräte- und Methodenvergleiche ge
meinsam mit dem Institut für Ostseeforschung,
Warnemünde, vorgenommen, um so ein Zusam
menführen der dort und im BSH bereits vorhande
nen Datensätze zu ermöglichen.
Für die Erfassung der Sedimentstrukturen
in den obersten Bodenschichten und darin be
findlicher Objekte wie Rohrleitungen oder Wracks
existieren verschiedene hochauflösende Sedi
mentechographen unterschiedlicher physikali
scher Auslegung. Im Rahmen eines Forschung
sprojekts wurden 4 Gerätetypen miteinander
verglichen und untersucht, welches Gerät für die
einzelnen Aufgaben bei den jeweils gegebenen
Bodenverhältnissen am besten geignet ist. Die
Messungen wurden gemeinsam mit der Universi
tät Rostock auf mehreren Fahrten mit BSH-Schif-
fen durchgeführt, wobei das Parasound, der Boo-
mer und der Sub-Bottom-Profiler des BSH sowie
das in Rostock entwickelte Sedimentecholot zum
Einsatz kamen. Die Ergebnisse werden im Früh
jahr 1992 in einer Diplomarbeit vorgelegt werden.
Untersuchungen
Untersuchungen im Rahmen der Validations
phase des ERS-1
Nach dem erfolgreichen Start des ersten eu
ropäischen Fernerkundungssatelliten ERS-1 im
Juli 1991 nahm die GAUSS (Fahrt Nr. 195, No
vember/Dezember 1991) an der wichtigen Kali-
brations- und Validationsphase dieses aufwendi
gen ESA-Projektes teil. Während der Überflüge
des Satelliten wurden mit Hilfe von zwei von
GAUSS verankerten Bojen und zwei Seegangs
radargeräten Seegangsrichtungsspektren als
„ground-truth“-Daten aufgezeichnet. Besondere
Bedeutung sollte den Windmessungen an Bord
zukommen, weil ein für die Eichung des Satelli-
ten-Windscatterometers ausgebrachter Array
von 10 (norwegischen) Windmeßbojen keine
brauchbaren Messungen lieferte.
Die GAUSS war außerdem Zielpunkt für die
Überflüge von drei Flugzeugen, die ebenfalls Ver
gleichsseegangs- und Windmessungen durch
führten. Alle Meßdaten werden gegenwärtig in
der Datenzentrale des Projekts, bei ESRIN, Fras
cati, mit den Seegangs- und Windmessungendes
Satelliten (mit dem Altimeter, abbildenden SAR
und Windscatterometer) verglichen.
Prozesse im Schadstoffkreislauf Meer-Atmo
sphäre:
Ökosystem Deutsche Bucht (PRISMA)
Im Rahmen dieses vom BMFT geförderten
Projektes wurden Felduntersuchungen in der
Deutschen Bucht in Zusammenarbeit mit der Uni
versität Hamburg, der TU Hamburg-Harburg,
dem GKSS Forschungszentrum und weiteren
51