Untersuchungen
Regionale/spezielle Forschungsprojekte
Strömungs- und Gezeitenuntersuchungen
Die Auswertung der Daten des Strömungs
meßprogramms NORA entlang des 59. Breiten
grades In der nördlichen Nordsee Ist abgeschlos
sen. Ziel des Meßprogramms war, den Was
seraustausch zwischen Atlantik und Nordsee
während eines Sommermonats zu untersuchen
und die Gezelten-Randwerte des operationeilen
Nordsee-Zirkulationsmodells zu überprüfen. Zu
diesem Zweck waren im Sommer 1990 auf 8 Posi
tionen entlang 59° N Strömungsmesser und Was
serstandspegel einen Monat lang verankert.
Die Abbildung 11 zeigt die mittlere Zirkula
tion während der vierwöchigen Meßzeit. Die dar
gestellten Größen sind die Strömungsrichtung,
deren relative Stabilität, sowie die zur Strömungs
richtung gehörige Vektorgeschwindigkeit. Im gro
ßen und ganzen entspricht das In den Abbildun
gen wiedergegebene Meßergebnis den all
gemeinen Vorstellungen über die Zirkulation In
dieser Nordsee-Region: Atlantischer Einstrom im
Westen (N1); daran nach Osten anschließend
(N2 und N3) ein Gebiet sehr variabler Wasser
transporte, wodurch die Mittelwerte der Ge
schwindigkeit und die Richtungsstabilität dort mi
nimal sind. Nahe der Norwegischen Rinne (N5)
Ist die Zirkulation nach Osten - zur Rinne hin -
gerichtet. Stärke und Stabilität der Zirkulation sind
In der Umgebung von N5 höher als bei den be
nachbarten Meßstationen. Etwa entlang der Ach
se der Rinne verläuft die Grenze zwischen der
südlichen Strömung (Einstrom) im Westen und
der nördlichen Strömung (Ausstrom) im Osten.
Die Messungen des Projektes TOPEX, eine
lokale Untersuchung über den Einfluß von Mor
phologie und Sturmereignissen auf die Strömung
und die Resuspenslon von Sedimenten in der
Deutschen Bucht, sind ausgewertet worden und
werden 1992 veröffentlicht.
Die für 1991 geplante Herausgabe eines
speziellen Kartenwerks des Tidestroms (Modell
ergebnisse) entlang der ost- und nordfriesischen
Nordseeküste hat sich verzögert. Der Stromatlas
wird im kommenden Jahr veröffentlicht werden.
Die Bearbeitung der Meßreihen im Rahmen
der „Gezeitenuntersuchung und windstaubeding
ten Wasserstandsabhängigkeit in der Deutschen
Bucht“ hat-wegen der Kürze der Beobachtungs
reihen - mehr Schwierigkeiten bereitet als ur
sprünglich vermutet worden ist. Die harmoni
schen und non-harmonischen Analysen lieferten
Schätzwerte für den mittleren Springtidenhub
und den mittleren Hochwasserzeltunterschied
(gegen den Durchgang des Mondes durch den
Nullmeridian) an 8 Orten der Deutschen Bucht
(Abb. 12 und 13). Der Vergleich dieser Werte mit
den in die in den Gezeitentafeln veröffentlichten
Karten ergibt, daß die Linien gleichen mittleren
Springtidenhubs nur wenig korrigiert werden
müssen, dagegen haben sich die Hochwasser
zeitunterschiede in einigen Gebieten, z. B. west
lich von Nordfriesland, gegenüber früheren Mes
sungen deutlich geändert. Die analoge Be
handlung der Küstenpegel aus diesem Zeitraum
wird z. Z. durchgeführt.
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