Quasisynoptische Karte der Oberflächen
temperatur der Nordsee
Die wöchentliche Karte der Wasserober
flächentemperatur der Nordsee erschien regel
mäßig im 24. Jahr (mit Unterstützung durch die
Deutsche Wissenschaftliche Kommission für
Meeresforschung). Unverändert bildeten die
Routine-Wetterbeobachtungen der Schiffahrt
und der Küstenstationen, die Messungen von
Forschungsschiffen, die verschiedenen Meß
netzstationen und „ships of opportunity“ sowie
IR-Satellitenbilder die Basis der Temperaturkarte.
Die Datenaufbereitung und Analyse, die Digitali
sierung und Archivierung sowie der Versand und
die Faxausbreitung erfolgten in der bewährten
Weise. Neue Interessenten erweiterten den bis
herigen nationalen und internationalen Nutzer
kreis (Behörden, maritime und meteorologische
Institute, Fischereiforschung und kommerzielle
Fischerei sowie Naturschutzorganisationen).
Der Jahresgang 1991 der Nordseetempera
turen zeigt, daß die Oberflächenschicht der Nord
see fast in allen Jahreszeiten um etwa 1 K wärmer
war als im fünfzigjährigen Mittel der ersten Hälfte
dieses Jahrhundert (ICES-Mittel 1905-1954). Le
diglich in den Monaten Mai und Juni des Jahres
1991 lagen die Oberflächentemperaturen der
Nordsee um etwa 1 K unter den langjährigen Mit
telwerten. Ursache dieser Anomalie war die in
jener Zeit andauernde Zufuhr kalter Luftmassen
polaren Ursprungs. Die verzögerte Frühjahrser
wärmung wirkte sich auch auf die tieferen Was
serschichten der Nordsee aus; in den geschichte
ten Gebieten der Nordsee entsprachen im
Sommer 1991 die Temperaturen derbodennahen
Dienste
Wasserschicht etwa den langjährigen Mitteln bzw.
lagen in einigen Teilen geringfügig unter den lang
jährigen Mittelwerten.
Eisdienst
Der Winter 1990/91 war im Hinblick auf die
erzeugte Eismenge und die Dauer der Eisbedek-
kung im deutschen Küstengebiet ein mäßiger Eis
winter. Der letzte Winter dieses Typs (Häufigkeit
43% im Zeitabschnitt 1897-1987) liegt bereits elf
Jahre zurück.
Eis gab es hauptsächlich vom 1. bis 25. Fe
bruar 1991; die letzten Eisreste (Peenestrom)
schmolzen am 14. März ab. Zur Zeit des Höchst
stands der Vereisung (14./15. Februar) waren an
der Nordseeküste die Wattengebiete sowie die
Ems und die Elbe oberhalb von Glückstadt ganz
mit 10 bis 40 cm dickem Eis bedeckt. Auf der
Elbe unterhalb von Glückstadt und auf der Weser
trieb 5 bis 15 cm dickes loses Eis. Der Verkehr
nach Emden und Hamburg war für Schiffe mit
niedriger Maschinenleistung stark behindert. An
der Ostseeküste Schleswig-Holsteins und Meck
lenburgs trat nur in den Innenfahrwassern 5 bis
15 cm dickes Eis auf, das die Küstenschiffahrt im
allgemeinen nicht behinderte. Demgegenüber
waren die Gewässer des Greifswalder Boddens
stark vereist, so daß die Schiffahrt dort schwierig
war.
Die Eisberichtstätigkeit (Herausgabe ge
druckter Eisberichte und Eiskarten) begann am
28. November 1990 und endete am 21. Mai 1991.
Das Seewetteramt erhielt wieder Eiskarten vom
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