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Full text: Jahresbericht 1991

Bereich können Eigenschaften der Meeresober 
fläche abgeleitet werden; dies allerdings nur, 
wenn keine Wolken die Beobachtungen behin 
dern. Aktive Mikrowellensensoren, wie sie auf 
dem ersten europäischen Erdbeobachtungssa 
telliten ERS-1 eingesetzt werden, sehen dagegen 
durch die Wolken hindurch auf die Wasseroberflä- 
che. 
Mindestens 4 Überläufe von zwei NOAA- 
Satelliten werden im BSH täglich registriert, bear 
beitet und für zukünftige Auswertungen archiviert. 
Im Jahre 1991 wurden 2036 Passagen der polar 
umlaufenden NOAA-Satelliten, dabei 1017 von 
NOAA-10 und 1019 von NOAA-11 registriert. Für 
jeden Überflug wurde ein Übersichtsbild (Quick 
look) angelegt und archiviert. Bearbeitet wurden 
im wesentlichen Daten aus dem Nord- und Ost 
seebereich. Für jede Woche wurde ein Compo- 
site-Bild (aus Einzelausschnitten zusammenge 
setztes, gemitteltes Bild) der Wasserober 
flächentemperatur der Nordsee (Beispiel in 
Abb. 10) - unabhängig vom Grad der Wolkenbe 
deckung und damit der Güte - berechnet. 
Gezeiten 
Für die Berechnung der Gezeitentafeln er 
hielt das BSPI die ausführlichen Vorausberech 
nungen für die ausländischen Bezugsorte von 
den jeweiligen ausländischen hydrographischen 
Diensten. Als Gegenleistung wurden diesen die 
Vorausberechnungen für die deutschen Orte und 
Ekaterinskaja übermittelt. 
Die Wasser- und Schiffahrts- und Hafenver 
waltungen stellten - wie bisher - ihre Wasser- 
Dienste 
Standsbeobachtungen zur Verfügung. Von 155 
Pegeln wurden die Hoch- und Niedrigwasserbe 
obachtungen fortlaufend gesammelt, meist auf 
Magnetbändern aber auch noch in der Form von 
Wasserstandslisten. Aus Hoch- und Niedrigwas 
serbeobachtungen wurden Fourierdarstellungen 
der halbmonatlichen Ungleichheiten und daraus 
die nonharmonischen Gezeitengrundwerte von 
etwa 150 Pegelstellen der deutschen Nordseekü 
ste neu abgeleitet. Die Vorausberechnungen für 
die Gezeitentafeln und den Gezeitenkalender auf 
das Jahr 1993 für die 13 deutschen Bezugsorte 
basieren auf den Analysen des jüngsten 19jähri- 
gen Beobachtungszeitraumes 1972 bis 1990. 
Wasserstandsvorhersage- und 
Sturmflutwarndienst 
Vorhersagen und Warnungen für die deut 
sche Nord- und Ostseeküste Schleswig-Hol 
steins wurden wie bisher von der Hamburger 
Dienststelle ausgegeben. Die Küste Mecklen 
burg-Vorpommerns wurde von der Außenstelle in 
Rostock aus versorgt. 
Die erforderliche meteorologische Beratung 
für diesen Küstenabschnitt erfolgte durch das 
Wetteramt Rostock, während das Seewetteramt, 
Hamburg, - wie bisher - den Dienst in Hamburg 
wetterkundlich unterstützte. Die Rundfunkanstal 
ten im norddeutschen Raum verbreiteten regel 
mäßig die Vorhersagen der Hochwasser an der 
deutschen Nordseeküste und den angrenzenden 
Revieren. Wasserstandsvorhersagen für die Kü 
ste Mecklenburg-Vorpommerns wurden routine 
mäßig zweimal täglich zu festen Zeiten vom Lan- 
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