Überwachung auf Halogenkohlenwasserstoffe:
Oberflächensedimente
Im Berichtsjahr bestand der Hauptteil der
Tätigkeit in der Entnahme und Aufarbeitung der
Proben aus den OPTINOM- und TUVAS-Fahrten
in die Deutsche Bucht.
Die METEOR-Reise Nr. 19 im Oktober wur
de für die Probenentnahme von Oberflächensedi
ment in der zentralen Nordsee (Gebiet 7a) ge
nutzt.
Bei der Bestimmung halogenierter Phenole
in der Deutschen Bucht wurden Verfahren für
6 Dichlorphenoie, 3 Trichlorphenole, 2 Tetrachlor
phenole sowie 4 entsprechende Bromderivate er
arbeitet und auf ausgewählten Fahrten angewen
det.
In der Elbe-Fahne tritt for allem Pentachlor
phenol in Erscheinung. Daneben treten 2,6- und
2,5-Dichlorphenoi und 2,4,5-Trichlorphenol auf.
Vermutlich biogenen Ursprungs sind 4-Brom-,
2,4-Dibrom- und 2,4,6-Tribromphenol. Gemischt
halogenierte Phenole und ein Dibromindol wur
den massenspektrometrisch identifiziert. Erste
quantitative Auswertungen bei den Elbe-Statio
nen Cuxhaven und Brunsbüttel zeigen im Zeit
raum der letzten drei Jahre eine deutliche Abnah
me des Pentachlorphenolgehaltes. Mög
licherweise ist dieser Rückgang auf die wirt
schaftlichen Veränderungen in den neuen Bun
desländern zurückzuführen.
Zur Beurteilung der Qualität der erzeugten
Daten beteiligte sich das Sachgebiet an zwei in
ternationalen Ringversuchen. Vom IAEA/ILMR
Labor in Monaco wurde eine Sedimentprobe ver
schickt; ausgerichtet von ICES/IOC/OSPARCOM
Überwachung
betraf die Untersuchung einzelne Chlorbiphenyle
in einem Fischöl. Beide Versuche sind noch nicht
abschließend bewertet.
Von insgesamt 25 untersuchten organi
schen Schadstoffen treten in der gesamten Deut
schen Bucht a- und y-HCH auf. Sporadisch im
küstennahen Bereich werden zusätzlich ß-, 5-
HCH und HCB beobachtet.
Ein erster Überblick über das vorhandene
Material erlaubt folgende Aussagen:
- Erhöhte Konzentrationen kennzeichnen
die Elbe-Fahne, die im Regelfall küsten
parallel nach Norden weist.
- Mit zunehmender Entfernung von der Kü
ste nehmen die Konzentration und die Va
riabilität ab.
- Saisonale Effekte sind wenig ausgeprägt.
- Innerhalb des Beobachtungszeitraumes
ist in der Elbe-Fahne ein Rückgang bei
a- und ß-HCH zu beobachten. Dieser
Sachverhalt ist in Abb. 6 dargestellt.
Überwachung auf Erdöl-Kohlenwasserstoffe
Im Rahmen der Überwachung wurden mo
natlich jeweils 1 -wöchige Fahrten in die Deutsche
Bucht durchgeführt. Hierbei wurden zur Untersu
chung der chronischen Belastung des Meerwas
sers durch gelöste, dispergierte und an Schweb
stoffen adsorbierte Kohlenwasserstoffe 10-1- bzw.
100-l-Proben entnommen, sowie kontinuierlich
insitu Fluoreszenz- und Trübungsmessungen
durchgeführt. Im Oktober erfolgten ferner An
schlußmessungen in der zentralen Nordsee
(NSTF-Gebiet 7a). Im August/September wurde
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