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Full text: Jahresbericht 1991

durch die Vertikalkomponente Z des magneti 
schen Erdfeldes am Ort des Sensors bedingt 
sind: die Beschleunigungen bewirken eine 
Schieflage des kardanisch aufgehängten Ma 
gnetfeldsensors, weil dessen Schwerpunkt - be 
stimmungsgemäß - unterhalb des Drehpunktes 
der Kardanachsen liegt, so daß die horizontale 
Beschleunigungskomponente ein Drehmoment 
erzeugt, welches den Sensor aus seiner Horizon 
tallage herauskippt. 
Messungen an Bord haben gezeigt, daß 
man durch geeignete Einstellung des kompensie 
renden Feldes eine bis auf kleine Restschwan 
kungen ruhige Kursanzeige erreichen kann. Die 
dazu erforderliche Hochschiffsfeldstärke werde 
R2 genannt. 
Es zeigt sich, daß diese im allgemeinen von 
R1 verschieden ist. In der Praxis bedeutet das, 
daß bei derjenigen Einstellung des kompensie 
renden Hochschiffsfeldes, bei der die maximale 
Ruhe der Kompaßanzeige erreicht ist, dann eine 
mittlere Fehlanzeige entsteht, wenn das Schiff 
um einen mittleren Krängungswinkel Rollbewe 
gungen ausführt, d. h. wenn den Rollbewegun 
gen eine statische Krängung überlagert ist. In 
diesem Fall ist die Anzeige zwar ruhig aber falsch. 
Durch den Einsatz der Mikroprozessortech 
nik ist es möglich, eine ruhige Kursanzeige zu 
gewinnen, die auch bei einseitiger Krängung des 
Schiffes keinen Krängungsfehler aufweist. 
Dabei wird von der Tatsache Gebrauch ge 
macht, daß das zeitliche Mittel der horizontalen 
Querbeschleunigungen über mehrere Rollperio 
den des Schiffes näherungsweise gleich Null ist. 
Zur Ausführung des Meß- und Kompensierver 
fahrens wird ein kurzer Stromimpuls auf die Korn- 
Elektronische Magnetkompasse 
pensierspule gegeben, so daß sich die Hoch 
schiffskomponente der magnetischen Feldstärke 
kurzzeitig um einen vorgegebenen Betrag ändert. 
Während der Impulsdauer wird die Kursübertra 
gungselektronik ausgeschaltet und in das Kurs 
übertragungssystem derjenige Kurswert einge 
geben, der unmittelbar vor Einschalten des 
Impulses anlag. Die Änderung der Querschiffs 
komponente des magnetischen Feldes, die durch 
den Impuls hervorgerufen wurde, wird gemessen 
und gespeichert. 
Der beschriebene Schalt- und Meßvorgang 
wird in äquidistanten Zeitabschnitten durchge 
führt, die groß genug sind, um die Kursübertra 
gung zu gewährleisten, doch andererseits so 
klein, daß mehrere Vorgänge (z. B. 10) während 
einer Rollperiode des Schiffes ablaufen können. 
Die erhaltenen Meßwerte werden über eini 
ge Rollperioden gemittelt und aus den Mittelwer 
ten berechnet der Mikroprozessor einen Kor 
rekturwert, der elektronisch zu der jeweils an 
liegenden Querkomponente des magnetischen 
Schiffsfeldes addiert wird. Aus der so korrigierten 
Querschiffsfeldstärke werden verbesserte Werte 
für die Kursinformation berechnet, die gleichzeitig 
nur geringen Schwankungen unterworfen sind 
und dem Schiffskurs korrekt entsprechen. Diese 
Kurswerte können auf einem Anzeigegerät dar 
gestellt oder auch in ein Selbststeuersystem ein 
gespeist werden. 
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