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oder Regelfunktion eines Gerätes physikalisch von der Anzeige- und Bedienfunktion getrennt.
Der Vorteil liegt in der Ausführung der speziellen Aufgabe als "black box" mit einer
Schnittstelle für deren Anzeige und Bedienung, die kostengünstig und frei gestaltbar auf
mittels Standardnetzwerken zu Systemen zusammengeschalteten Standardrechnem mit Stan
dardbetriebssystemen realisiert werden kann. Die dadurch gewonnene Flexibilität in der
Gestaltung, der Modifikation und dem Ausbau von Systemen erzwingt geradezu die
Verschmelzung der zur Verfügung stehenden Prozessinformationen und Steuergrößen zu neuen
mächtigen Funktionskomplexen. So sind die verschiedenen Prototypen der unmittelbar vor der
Markteinführung stehenden elektronischen Seekarten- und Informationssysteme (ECDIS) von
allen Herstellern ausnahmslos für Standardrechner und unter konsequenter Vermeidung des
Einsatzes jeder Art von proprietärer Hardware konzipiert worden. Die Vielfalt der verfügbaren
Funktionen erfordert besondere Anstrengungen bei der Gestaltung geeigneter Benutzungsober
flächen. Intuitive Bedienbarkeit und die Verdichtung vieler Informationen zu wesentlichen
Aussagen sind dabei die Herausforderungen. Für deren Umsetzung werden zukünftig
multifunktionale Displays eine Rolle spielen, die verschiedene Funktionseinheiten der Schiffs
führung an einem Arbeitsplatz zur Verfügung stellen.
Die zuvor beschriebenen generellen Tendenzen haben den aktuellen technischen Standard der
einzelnen Klassen von Navigationsgeräten auf unterschiedliche Weise beeinflußt. Deren Stand
und ihre zur Zeit vorhersehbare Weiterentwicklung wird nachfolgend im einzelnen
beschrieben werden. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Basistechnologien
"Ortsbestimmung", "Elektronische Seekarte" und "Transponder" sowie die jüngsten Entwick
lungen im Bereich der Hochgeschwindigkeitsfahrzeuge (High Speed Craft - HSC) zu richten
sein, da bei Geschwindigkeiten über 30 kn die bisher für Navigationsgeräte angewendeten
physikalischen Meßprinzipien und Technologien nur noch teilweise zuverlässig anwendbar
sind.
Schließlich ist festzustellen, daß durch die Verfügbarkeit neuer Technologien und Hilfsmittel
nicht notwendigerweise auch gleichzeitig deren breite Einführung und die Lösung aller zur
Zeit bestehenden Probleme erwartet werden kann.