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Auch bezüglich des Erhaltes der Mittelmeerkette hat sich 1989 eine Arbeitsgruppe gebildet.
Die Staaten Frankreich, Spanien, Algerien und Italien haben sich für eine Fortsetzung des
Betriebes ausgesprochen. Italien hat inzwischen das LORAN-C-Verfahren zum nationalen
Navigationsverfahren erklärt. Hiermit ist ein wesentlicher Schritt zur Sicherung der LORAN-
C-Kette im Mittelmeer getan. Hierbei haben die Franzosen die Koordination übernommen.
Die anhaltende Unsicherheit über das Verhalten der Türkei mit dem östlichen Nebensender
ist vorbei. Der im Februar 1993 zusammengebrochene Sendemast ist erneuert. Auch die
Einbeziehung des russischen LORAN-C-Nebensenders auf der Krim (CHAYKA-Kette 8000)
in Doppelfunktion als 4. Nebensender der Mittelmeerkette ist beschlossen. Spanien gab seine
mit der Übernahme des Nebensenders bei Barcelona seit 1. Januar 1995 geübte Zurückhaltung
auf. Der Sender kann nach der Neugestaltung und Erweiterung der Mittelmeerkette, an der
sich auch die EU beteiligt, weiterbetrieben werden. Der Rat der EU entschied am 25. Febr.
1992, daß LORAN-C das künftige europäische Navigationsverfahren sein soll. Die bisherigen
Planungen der EU zur Erweiterung des LORAN-C-Netzes auf der Iberischen Halbinsel mit
den angrenzenden Gewässern unter Einschluß von Nordwestafrika, den Kanarischen Inseln,
Madeira und den Azoren werden wohl nicht realisiert. Weitere LORAN-C-Aktivitäten, ohne
daß bisher jedoch konkrete Vorhaben beschrieben werden, wurden aus Südafrika, Australien
(Bedeckung des jeweils eigenen Territoriums) sowie Venezuela bekannt.
Der Grund für den überraschenden Ausbau des LORAN-C-Netzes ist die Entscheidung der
Staaten, die Verkehrssicherungspflicht in den eigenen Gewässern durch ein zu GPS redundan
tes, nicht militärisches Navigationssystem zu gewährleisten. Dies gilt auch für die GUS, die
neben den vorhandenen Ketten mindestens 15 LORAN-C-Stationen als Redundanz zu eigenen
Satelliten-Navigationsverfahren GLONASS plant.
2.1.6 DECCA versus LORAN-C
Über die Zukunft des DECCA-Verfahrens liegen inzwischen einheitliche Aussagen der Betrei
ber vor. Es wurden in den meisten Staaten Überlegungen angestellt, DECCA durch LORAN-C
zu ersetzen. Hierfür gibt es zwei Gründe. LORAN-C-Signale sind weniger störanfällig als die
von DECCA. Es lassen sich deshalb mit LORAN-C-Sendem größere Gebiete versorgen. In
Nordeuropa wäre das Verhältnis etwa 10:1, den Effekt der 100 DECCA-Sender könnte man