betont wurde, aber zeitweilig in den Hintergrund trat, scheint neuer-
dings im Rahmen der Untersuchung komplexer Systemmodelle, z. B.
beim Fladengrund-Experiment (FLEX ’76) in der Nordsee, wieder an
Bedeutung zu gewinnen.
Räumlich konzentrierten sich die METEOR-Fahrten nach der ersten
Expedition in den Indischen Ozean auf den Nordatlantik und das
Mittelmeer mit Schwerpunkten im Bereich Ostgrönland — Island —
Norwegen — Nordsee sowie vor Nordwestafrika, im Mittelmeer und
im äquatorialen Atlantik, Für diese Konzentration sprach neben wis-
senschaftlichen Erwägungen vor allem der Mangel an Schiffszeit. Um
die Wünsche möglichst vieler Forschungsgruppen befriedigen zu kön-
nen, mußten die Anmarschwege kurz gehalten werden.
Die Forschungsarbeiten auf METEOR können nicht losgelöst von den
anderen Zweigen der deutschen Meeresforschung gesehen werden:
den anwendungsorientierten Arbeiten der Fischerei- und Verschmut-
zungsforschung, den Untersuchungen über marine Rohstoffe und
Küstenschutz und den Flachwasserarbeiten in Nord- und Ostsee, die
besonders in den Sonderforschungsbereichen 94 und 95 der DFG ge-
fördert werden, sowie von den theoretischen und experimentellen
Arbeiten in den meereskundlichen Instituten.
Tatsächlich besteht zwischen den Expeditionen und den anderen
Aktivitäten der Meeresforschung in der Bundesrepublik Deutschland
ein sehr enger fachlicher, personeller und institutioneller Zusam-
menhang. Beispielsweise laufen Rechenmodelle und physikalische Be-
obachtungen in See jetzt miteinander parallel. Ergebnisse von see-
gehenden und experimentellen Untersuchungen über Primärproduk-
tion und Austauschvorgänge gehen in Berechnungen des Verbleibs
von Schadstoffen ein.
FS METEOR wird von der DFG und dem DHI gemeinsam finanziert
und vom DHI bereedert. Die Teilung der Kosten und der Schiffszeit
zwischen den beiden Institutionen hat zu verständnisvoller Zusam-
menarbeit geführt. In der Senatskommission für Ozeanographie der
DFG bemühen sich Wissenschaftler aus Hochschulen und Bundes-
forschungsanstalten gemeinsam mit dem Reeder und Herrn Dr. Mey]
als Vertreter der DFG um eine möglichst effektive Planung der auf
die DFG entfallenden Schiffszeit und um die Einbindung der ozeani-
schen Grundlagenforschung in die Meeresforschung als Ganzes. Das
gilt auch für den internationalen Bereich. Ein Großteil der Reisen
findet im Rahmen internationaler Programme statt. An den Expedi-
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