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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

Pextersson, O.: Über die Wahrscheinlichkeit von periodischen Schwankungen usw. 15 
Darstellungen der jährlichen Periodizität des Wasserstandes der Nordsee 
und der Ostsee in Fig. 8 u. 9 zeigen, und daß die jährliche Anschwellung des 
atlantischen Wassers in unseren Meeren mit einer Ausdehnung der eigent- 
lichen Golfstromzirkulation zwischen Westindien, den ‘Bermudas und den 
Azoren gegen die afrikanische und spanische Küste im Herbst korrespondiert. 
Ich möchte hier auf noch eine andere Korrespondenz hinweisen, welche 
in den folgenden Erscheinungen hervortritt: B 
A, Im Spätherbst hat das atlantische Bodenwasser im Skagerrak seine 
Anschwellungszeit (siehe das Diagramm in Fig. 2). 
B. Im Herbst dringt eine Wärmewelle durch die tieferen Schichten 
des Kattegats in die Beltsee hinein (siehe M, Knudsen: Bericht der dänischen 
Kommission 1899, II, S. 49). 
C. Im Oktober—November dringt ein Unterstrom von warmem Wasser 
in einer intermediären Tiefe von 60 m, also zwischen der Bodenschicht und 
der oberen Deckschicht.in die tiefe Mulde östlich von Bornholm .ein (siehe 
Station S, in dem Diagramm Fig. 7). Die schwedische Kommission hat in 
drei Jahren die folgenden eigentümlichen Beobachtungsreihen erhalten: . 
Bornholmtiefe, Station S,. 55° 28’N-Br., 16° O-Lg. 
6. November 1893, 11. Oktober 1901. 7. November 1905. 
Tiefe. Temp. Salzgehalt. Temp. Salzgehalt. Temp. Salzgehalt. 
0m 8.55°0. 7.66 so 12.90° €. 7.23 7.520 C. 6.55 9/0 
20 « 8.559 « 7.54 « 12,74° « 7.23 « 7.619 « 6.65 « 
40 « 8.45° « 7.50 '« 5.2809 « . 7.68 « 7.00° « 7.25 « 
45 « 8.55° « ‚7.59 € 4.98° « Min.) 8.30 « _— — 
50 « 3.90° « (Min.) 9.93 « 8.73° « 10.23 € 5.95° «(Min.) 9.47 
60<« 7.00° « (Max.) 13.49 « 10.90° « (Max.) 12.76 « 7.95° «(Max.)12.29 
70 « 5.909 « 14.64 6.520 « 14.89 « = “— 
7/5 « _ — _— — „5.769 « 14.72 « 
80 « 4.459 « 15.27 « 4.7509 « 15.64 « — 
90 « 2.80° « (Min.) 16,28 « 4.69° « (Min.) 15.93 « — 
97 « 4.98° «(Min.) 15.28 « 
D. In den Monaten Oktober, November, Dezember erreicht das Tiefen- 
wasser des Bottnischen Meeres sein Maximum an Salzgehalt und Temperatur 
(siehe Witting a. a. O0. S. 26—32). I . . 
E. In dieselben Monate fällt der höchste Wasserstand der ganzen 
Ostsee, des Kattegats und der Nordsee. (Siehe Fig. 8 u. 9 und die Schriften 
der schwedischen Komm., Heft I. Abhandlung von P, S. Rosen.) 
Es erscheint nicht unmöglich, daß die Anschwellung des 
atlantischen Bodenwassers im Skagerrak im Herbst sowohl eine 
gleichzeitige Erhebung des Meeresspiegels als eine Verstärkung der 
Wasserzirkulation in sämtlichen keilförmigen Wasserschichten des 
baltischen Randgebietes verursachen kann. So viel ist gewiß, daß die 
in das Bodenwasser der baltischen Tiefmulden jährlich eindringenden Wärme- 
wellen nicht physikalischen, sondern dynamischen Ursachen ihre Entstehung 
verdanken. Und wo die Dynamik des Meeres mit ins Spiel kommt, da gilt 
der alte Satz von Varenius: »si pars movetur« usw. Wu 
— Seite 12 wurde erörtert, wie der Andrang des Atlantischen Stromes 
unter dem Einfluß der Erdrotation: gegen die kontinentalen Küstenbänke 
der norwegischen und der Murman-Küste ’einen gleich gerichteten Küsten- 
strom in den Gewässern der Randfurche. induziert. Die allgemeine Be- 
wegungstendenz darin hat man sich als eine spiralförmig fortschreitende 
vorzustellen, ähnlich derjenigen, welche Sandström durch direkte Experimente 
im Gullmarfjord konstatierte.!) Die Wassercberfläche expandiert in der Nähe 
der Küste, wo das Wasser im Sommer bis auf 7° bis 9° erwärmt ist, und 
kontrahiert sich in der Nähe des Schaumrandes oder der Grenze des Atlan- 
tischen Stromes, wo das Wasser gemischt mit atlantischem Wasser untersinkt 
(siehe Fig. 5). Die Periodizität des induzierenden Stromes bewirkt eine 
entsprechende Variation der induzierten Wasserbewegung, wodurch die Form 
der Randfurche einer jährlichen Veränderung unterliegt (Seite 12) und die 
x Siehe Fie. 6.
	        
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