Meereskunde
Phase erfaßt. Deshalb sind die Daten für Blei
sehr gut miteinander vergleichbar. Zusätzlich
wird das Blei in einer weitergefaßten Speziierung
(chemischem Zustand) seit 1986 mit der TRFA
gemessen. Der berechnete Trend zeigt eine
deutliche Abnahme für das Gesamtgebiet; zwi
schen den unveränderten Daten und den nor
mierten Daten ist kein Unterschied zu erkennen.
Dies entspricht auch dem bisherigen Kenntnis
stand über das Verhalten von Blei in der Deut
schen Bucht. Die gleiche Erscheinung zeigt auch
das Blei der Subregion 14; die Abnahme der
Konzentrationen im Trend ist noch etwas ausge
prägter.
Cadmium
Cadmium wurde seit 1973 mit der GFAAS,
seit 1985 (wie Blei) mit der DPASV bestimmt.
Wie beim Blei erläutert, ist hier ebenfalls die
Erfassung des Cadmiums in unterschiedlichem
chemischem Zustand das Ziel des Einsatzes
beider Methoden. Es ist nicht zweckmäßig,
beide Datensätze in einer Graphik zur Berech
nung heranzuziehen. Das gelöste Cadmium
zeigt für das Gesamtgebiet einen leicht abneh
menden Trend über die vergangenen acht Jahre;
bei der Normierung hingegen zeigt sich eine
schwache Zunahme (Abb. 18). Aus der Subre
gion 14 ist genau der gleiche Trend für beide Da
tensätze zu entnehmen. Dieses Verhalten ver
weist auf die schon länger bekannte Tatsache,
daß das Metall Cadmium in der Deutschen
Bucht eine sehr gleichförmige Verteilung über
das gesamte Gebiet aufweist. Aus diesem
Grunde zeigt die Subregion 14 kein verändertes
Erscheinungsbild.
Quecksilber
Die Bestimmung von Quecksilber wurde
1979 erstmals aufgebaut. Hier liegen weitge
hend nur Daten von unfiltrierten Wasserproben
vor, da die Filtration beim Quecksilber metho
disch sehr schwierig ist. Daher wurde Quecksil
ber auch in nationalen und internationalen Über
wachungsprogrammen fast immer in unfiltrierten
Proben untersucht. Eine eingehende Analyse
der Daten zeigte, daß zumindest für den gegen
wärtigen Ansatz eine Normierung der Daten (wie
bei allen anderen hier vorgestellten Metallen)
nicht zweckmäßig ist. Die Werte für die Quecksil
berkonzentration in ungefilterten Wasserproben
der Deutschen Bucht für den Zeitraum von 1980
bis 1989 zeigen im Vergleich mit den darauffol
genden acht Jahren im Betrag recht hohe Werte
und auch große Varianz. Ursache für dieses auf
fällige Verhalten ist der extrem hohe Eintrag spe
ziell des Quecksilbers durch die Elbe, der bis zur
Wiedervereinigung Deutschlands überwiegend
durch die Abwässer aus der Industrie der DDR
verursacht wurde. Seit 1989 hingegen liegen die
Werte für das Gesamtgebiet recht gleichmäßig
mit schwach abnehmendem Trend bei einer
Konzentration von etwa 1 ng/l. Interessant ist der
deutlich stärker abnehmende Trend aus dem
gleichen Zeitraum für die Subregion 14, da sich
dort der Einfluß der Elbe deutlich stärker aus
wirkt als im Gesamtgebiet.
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