Spurenmetalle
gehörigen Schwebstoffproben (Filterrückstän
den) werden in einem getrennten Analysengang
Cadmium, Blei, Zink, Kupfer, Nickel, Eisen, Man-
gan, Titan, Vanadium und Chrom bestimmt. Als
Analysenverfahren wird heute überwiegend die
Total reflexio ns-Röntgenfluoreszenzanalyse
(TRFA) eingesetzt, während die GFAAS heute
weitgehend durch die TRFA ersetzt wurde. Blei
und Cadmium werden mit der sehr nachweis
starken Invers-Voltammetrie (DPASV) und
Quecksilber mit der elementspezifischen Kalt-
dampf-Atomabsorptionsspektrometrie (CVAAS)
und neuerdings mit der Kaltdampf-Atomfluores-
zenzspektrometrie (CVAFS) bestimmt.
Die frühesten Daten für Schwermetalle
stammen von einer Überwachungsfahrt in die
Deutsche Bucht aus dem Jahre 1973, wobei sich
seitdem die zeitliche Frequenz und die ausge
führten Stationsnetze jedoch in diesen 25 Jahren
erheblich geändert haben. Dies beruht zum Teil
auf neuen Erkenntnissen, aber auch auf der
Verbesserung der Probennahme- und Analysen
techniken z. B. durch geänderte logistische Vor
aussetzungen wie neue Forschungsschiffe und
Geräte an Bord, Reinraum-Laborcontainer auf
See und Reinraum-Laboratorien an Land. Auch
erschienen nationale und internationale Überwa
chungsprogramme als bestimmendes Element
der Monitoring-Strategie, wie seit 1979 die Joint
Monitoring Group (JMG) der Abkommen von
Oslo und Paris und 1980 das Gemeinsame
Bund/Länder-Meßprogramm für die Küstenge
wässer der Nordsee (BLMP). Die Mitarbeit in in
terdisziplinären Forschungsprojekten (z. B.
ZISCH und PRISMA) und die DHI/BSH-For-
schungsprojekte OPTINOM und TUVAS brach
ten wesentliche neue Impulse für die Überwa
chungsstrategie.
Entsprechend den analytischen Fortschrit
ten änderte sich auch die Aufbewahrung der Da
ten. 1996 wurde nun der gesamte Datensatz in
eine einheitliche Datenbank METALL auf der Ba
sis von MS Excel überführt; gleichzeitig wurden
auch die notwendigen Hilfsparameter wie Zeit
angaben, Stationskoordinaten, Salzgehalte,
Temperatur, Nährstoffe etc. vervollständigt und
in die gleiche Datenbank aufgenommen. Es war
also jetzt möglich, z. B. zeitliche Trends mit ge
eigneten statistischen Verfahren zu ermitteln und
aufzuzeigen.
Im folgenden soll daher nur einmal das
Thema zeitlicher Trend der Spurenmetallkon
zentrationen in den Wasserproben aus der Deut
schen Bucht vorgestellt werden.
Zur Berechnung und Darstellung von
Trends müssen die Daten vergleichbar sein, was
durch eine gezielte Auswahl und Normierung er
reicht wird. Im vorliegenden Fall wurden Aus
wahlkriterien und Korrekturberechnungen ange
wendet, die sich aus der inzwischen ge
wonnenen Kenntnis der Chemie der Metalle in
der Deutschen Bucht und aus dem Gesamt-Da
tenbestand sinnvoll ableiten ließen. Für die ge
genwärtige Untersuchung wurden lediglich die
Konzentrationen der „gelösten“ Schwermetalle
ausgewählt, d. h. diejenigen in filtrierten Wasser
proben. Die Deutsche Bucht ist ein flaches
Schelfmeer in unmittelbarer Küstennähe mit den
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