Querschnittsaufgaben
■ Untersuchungen über den Einfluß des
Nordatlantiks auf die Verteilung der
Oberflächentemperaturen der Nordsee
Im Rahmen der klimarelevanten Untersu
chungen wurde mit der systematischen statisti
schen Auswertung der wöchentlichen Analysen
der Oberflächentemperaturen der Nordsee für
den Zeitraum 1968- 1996 begonnen. Ein inter
essantes Zwischenergebnis besteht in einem
deutlichen Zusammenhang zwischen dem Tem
peraturfeld - nicht nur in den Wintermonaten,
sondern auch im Frühherbst - und dem winterli
chen Nordatlantischen Zirkulations-Index als
Maß für die Stärke der winterlichen Westwindzir
kulation über dem Nordatlantik. Die bis in den
Juli 1996 hinein beobachteten extrem niedrigen
Oberflächentemperaturen der Nordsee sind in
diesem Zusammenhang als Folge einer deutlich
abgeschwächten winterlichen Westwindzirkula
tion zu sehen.
■ WOCE Hydrographie Programme Special
Analysis Centre (WHP-SAC)
Das WHP-SAC wird gemeinsam vom Max-
Planck-Institut für Meteorologie, Hamburg, und
dem BSH betrieben. Es wird durch das BMBF
gefördert. 1996 wurden weitere 54 komplette
hydrographische Datensätze von WOCE-Reisen
auf dem WWW-Server des WHP-SAC beim
DKRZ installiert und der Onlineatlas zum interak
tiven Durchmustern der vorhandenen Da
tensätze auf dem Server erweitert. Die Akzep
tanz dieses Dienstes zur Verteilung von Daten
und Produkten ist sehr groß. Zur Zeit liegen die
Daten von 107 Reisen öffentlich zugänglich auf
dem Server. Davon stehen 54 Datensätze zur
Zeit nur einem eingeschränkten Nutzerkreis zur
Verfügung. Mit verschiedenen Verfahren für die
Herstellung ozeanweiter kohärenter Datensätze
für Modellanwendungen wurden komplette hy
drographische Datensätze für den Südatlantik
und den Südpazifik hergestellt.
Globales Ozeanbeobachtungssystem (GOOS)
Die Planung und Erarbeitung des deut
schen Beitrags zu GOOS wurde vorangetrieben.
In einem vom BSH organisierten und durchge
führten Workshop (Rostock, 23./24. April 1996)
kamen zum erstenmal Bundes- und Länder
behörden, Universitätsinstitute und Vertreter der
deutschen Meerestechnikindustrie zusammen,
um die Anforderungen an ein wissenschaftliches
Konzept für den deutschen Beitrag zu beraten.
Die Ergebnisse des Workshops wurden in der
Reihe „Berichte des Bundesamtes für Seeschif
fahrt und Hydrographie", Nr.9, veröffentlicht.
Einer Empfehlung der Veranstaltung in Ro
stock folgend fand ein spezielles Treffen über
das GOOS-Modul „Lebende Ressourcen“ statt,
zu dem die Deutsche Wissenschaftliche Kom
mission für Meeresforschung (DWK) eingeladen
hatte, und mit der Gesellschaft für Maritime
Technik (GMT) wurde ein Symposium über die in
GOOS benötigte Technologie abgehalten. Auf
dem Symposium wurden vier Arbeitsgruppen
gebildet, die Vorschläge für Verbundprojekte er
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